12.08.10 7:00 Uhr wir sind gelandet.
Nach ungefaehr 2 Stunden haben wir Gepaeck und Fahrraeder, erstes Geld getauscht und treten aus dem Flughafengebaeude. Und was passiert, allen Erwartungen zum Trotz - fast nichts. Es ist total ruhig (nur sehr, sehr heiss und schwuel) nur ein paar Menschen stehen vor dem Eingang, die meisten mit irgendwelchen Abholschildern. Leider ist niemand fuer uns dabei. Unser Fahrer war schon wieder weggefahren. Also doch ein Taxi nehmen. Auch das ist erstaunlich einfach. Man kauft vorher an einem Desk das Ticket - kein Feilschen, keine bloede Anmache, wir koennen es kaum fassen. Die Fahrraeder werden aufs Dach geschnallt und los gehts. Nach den ersten Kilometern erhoehte Verkehrsdichte. Wir lernen die indische Fahrweise kennen. Es ist unglaublich wieviele Fahrzeuge nebeneinander auf eine zweispurige Fahrbahn passen. Jeder draengelt was das Zeug haelt, aber irgendwie loest sich der Knoten immer.
Dann scheint ueberall an den Strassen gebaut zu werden. Viele Frauen in bunten Saris schleppen Baumaterial auf dem Kopf - ein sehr ungewoehnliches Bild.
Unser Hotel am Rande von Old Delhi hinter dam Bahnhof ist von innen viel besser als von aussen - Wir muessen erstmal ein bisschen schlafen. Spaeter dann fahren wir mit dem Tuk-Tuk auf den Hauptplatz von New Delhi (Connaught Place). Hier soll angeblich das moderne Delhi sein. Wir finden aufgerissene Strassen, viel Matsch, recht schmutzige Fassaden und sind etwas fassungslos. So hatten wir uns zumindest New-Delhi nicht vorgestellt. Die Inder sind zum groessten Teil sehr freundlich und hilfsbereit. Wir werden zwar oft angesprochen aber nicht bedraengt oder fuehlen uns uebermaessig uebers Ohr gehauen.
Am Freitag Abend gehen wir auf die Haupttravelerstrasse in Paher Ganj und uns trifft fast der Schlag Die Strasse ist sehr schmal, von den meisten Haeusern ist forne die Fassade abgebrochen, so dass man in die offenen Raeume hinneinschauen kann. Ueberall tuermen sich Schutthaufen.
- So sah es nicht einmal im wilden Old Delhi aus. Dort ist es zwar auch furchtbar eng, unglaublich viele Menschen stehen, sitzen, liegen herum, alles was Raeder wird mehr oder weniger beladen, gefahren, geschoben oder gezogen - eigentlich genauso wie man sich das vorstellt. Nur die Kuehe verschwinden so langsam. Wir haben genau drei gesehen, die nicht vor einen Karren gespannt waren. Davon gibt es noch mehrere.-
Trotzdem wird in den Schutthaufen in Paher Ganj alles was das Herz begehrt verkauft, die Guesthouses sind geoeffnet (die hinteren Zimmer sind ja bewohnbar) Und trotzdem haben wir nirgendwo in Dehli so viele Traveler gesehen wie dort. Wir gehen dann auf dem Dach eines diese Guesthouses essen. Es tuermen sich die dunklen Wolken, man hat eine recht gute Aussicht ueber die Stadt. Und dann sehen und hoehren wir ueberall lachende Menschen auf den Daechern und der Himmel ist voller kleiner Papierdrachen - wunderschoen.
Zwei Tage spaeter bei Pia erfahren wir, dass unsere Einschaetzung richtig war. Unsere ausgehandelten Preise sind so voellig in Ordnung. Pia erzaehlt uns auch, dass um Oktober die olympischen Spiele fuer Asien in Delhi stattfinden, deswegen wird soviel gebaut. So wie es da aussieht und so wie die Menschen gearbeitet haben, kann ich mir nicht vorstellen wie das fertig werden soll.
Durch Paher Ganj ziehen die Behoerden wohl immer mal wieder mit der Abrissbirne und zerstoeren die illegalen Anbauten. So etwas muss dort gerade passiert sein.
Dann haben wir noch alle moeglichen Tempel angeschaut von Sikhs und Jains und Hindus und Buddhisten - alles sehr fremd und spannend.Das Rote Fort war leider geschlossen, da am Sonntag Unabhaengigkeitstag war und der Premierminister dort geredet hat. Da mussten sie schon zwei Tage vorher alles absperren. Bei Pia war noch eine Freundin (die Pfarrerin, die auch sehr viele Jahre in Delhi gelebt hat und jetzt an der Theologischen Hochschule in Wuppertal unterrichtet). Die hat uns einiges ueber die verschiedenen Religionen erzaehlt. Das war sehr nett und spannend.
Am Samstag Mittag entlud sich dann der Monsum - es giesst, giesst, giesst. Um 15:00 Uhr sollten wir bei Pia sein. Dafuer mussten wir erst mit dem Tuk-Tuk zur Metro fahren und dann von dort weiter. Also rein in den Regen und wieder zum Connaugt Place. Dieser hatte sich jetzt in ein Schlammbad verwandelt. Der Verkehr waelzte sich trotzdem munter hindurch. Auch ein Erlebnis. Alle waren klatschnass.
Fuer Sonntag Abend hatten wir den Bus nach Simla gebucht. Wir waren etwas aufgeregt, da wir mit dem Rad etwa 3 Kilometer bis zur Abfahrtstation fahren mussten. Es war aber recht unproblematisch, man reihe sich ein werde zum Schwarmfisch und draengele wie alle anderen auch. Ausserdem war Feiertag und der Verkehr nicht ganz so dramatisch.
Die Busfahrt nach Simla ging auch sehr gut. Die Raeder durften unten im Bus mitfahren und der Bus war super bequem. Man konnte sogar Fussteile ausfahren und hochklappen. Wenn nicht jeder Inder staendig hupen muesste haette ich auch schlafen koennen. (Sebastian hat es nicht gestoert!)
Jetzt sind wir in Simla, sehen leider wenig, da der Himmel total verhangen ist, mal schauen, wann wir weiterfahren koennen. Von hier soll es mit dem Rad weitergehen. Vielleicht dauert es ein paar Wochen bis wir wieder ins Internet kommen.
Bis dann
Katja und Sebastian
hallo Ihr beiden
AntwortenLöschendanke für den ersten Bericht. Ihr scheint in einer anderen Welt zu sein.Für uns sind viele Dinge einfach so nicht vorstellbar. Hoffentlich hört der Monsun bald auf und Ihr habt freie Sicht. Weiterhin gute fahrt und alles Gute
die Eltern
Hallo Ihr Zwei,
AntwortenLöschenschön zu hören, dass Ihr gut angekommen seid.
Klingt ja, als hättet Ihr schon ein paar spannende Erlebnisse gehabt. Wann gibt's denn die ersten Bilder? ;-)
Wir drücken die Daumen für besseres Wetter und wünschen Euch eine gute Fahrt und eine super-schöne Zeit, liebe Grüße
Sibylle & Julia
Lieber Sebastian, liebe Katja,
AntwortenLöschenhatte am 11. August eine Kerze für Euch angezündet mit dem Wunsch, dass ein guter Stern Euch auf dieser Reise begleitet und beschützt - und das wollte ich Euch eigentlich auch als Kommentar schreiben - bin dann allerdings erst mal an der "Technik" gescheitert. Wie gut, dass es Sibylle und Julia gibt, die mir erklärt haben, wie ein Kommentar funktioniert.
Ja, und nun wünsche ich Euch weiterhin alles Gute und viele spannende Erlebnisse.
Herzensgruß aus dem feucht-kühlen Freiburg sendet Euch Conni
Hallo Ihr beiden,
AntwortenLöschenEuch alles Gute für den Start Eurer Reise! Was Ihr beschreibt, hört sich sehr unvertraut an - wie behütet wir doch leben! Euch wünsche ich noch viele Erlebnisse. Und ich finde es bewundernswert, dass Ihr diese Reise angetreten habt.
Alles Liebe für Euch
Dagmar
Hallo Ihr Beiden,
AntwortenLöschenich bin bei Sibylle und Julia.
Mit Interesse habe ich Euren Reisebericht gelesen.Ich wünsche Euch weiterhin viel, viel Glück und alles Gute und grüße Euch herzlich als
Eure Mutter Bruni
hallo ihr beiden
AntwortenLöschenganz liebe Gruesse aus den Bergen. Bei bisher gutem Wetter versuche ich mich im Schweisse meines Angesichts hoch und wieder runter zu bringen. Es ist schon eine ganz schoene Herausforderung. Ich hoffe, dass es Euch beiden gut geht und ihr gut voran kommt.Heute haben wir den Kappellenweg gemacht insgesamt 10 Kappellen. Da ich bei jeder fest an Euch gedacht habe, hoffe dass es hilft.
liebe gruesse und alles Gute
Eure Mutter
Habe nach harten Ringen mit der Technik jetzt auch einen Account und kann jetzt bloggen und -euch schreiben...!
AntwortenLöschenSchön von euch zu hören, wir denken viel an euch, während wir hier auch viel Regen haben (relativ gesehen zu unserem "normal") und uns Gedanken über die Reiseplanung für Holland und die Schweiz machen.
Jedem seine Herausforderung :-)
Danke für euer blog, spannend zu lesen, was ihr so erlebt und wie eure Eindrücke sind.
Hier gibt es wahrscheinlich nicht Neues über eurer aktuellen Triggerschwelle, halt Wein trinken im französischen Dorf in der Friedrichsau, stundenlang Siedler spielen, viel schlafen (ich habe Urlaub...) und ähnliche Aktivitäten.
In Deutschland nix Neues....ganz liebe Grüße von uns Allen !
freuen uns auf Mehr von euch...