So kamen wir morgens um 5:30 Uhr fast ausgschlafen in Chiang Rai an. Dort waren wir in einem schoenen Guesthouse, dem sie im letzten Jahr leider eine grosse Bruecke vor die Nase gesetzt haben, aber Abends gab es Lagerfeuer am Fluss genau das Richtige.
Am naechsten Morgen sind wir mit dem Langboot 5 Stunden Richtung Westen (eigentlich falsche Richtung) nach Tha Ton gefahren. Von da aus wollten wir ueber kleinere Strassen im Bogen zurueck an die laotische Grenze.
Die Raeder duerfen Gallionsfiguren spielen.
Hier oben im Norden gibt es neben den Bergvoelkern (Ahka, Hmong, Lue und wie sie alle heissen) sehr viele Chinesen. In Tha Ton, eigentlich nur ein Strassenort mit ein paar Guesthaeusern. Die Chinesen haben mehrere Tempel auf einem Huegel gebaut mit jeder Menge Figuren, fuer uns unglaublich kitschig. Im mit lila Ornamenten verzierten Haupttempel gab es sogar lebensecht dargestellte Moenchsfigueren aus Plastik. Hier nur ein paar nette Figuren vom Weg dahin.
Am naechsten Tag ging es dann endlich wieder aufs Rad nach Mae Salong, ein kleiner Ort auf einem Berg mit Guesthouses. Dort leben fast nur Chinesen, die in den 60er Jahren dorthin gefluechtet sind. Die Thais haben sie dort angesiedelt zum Grenze nach Burma bewachen. Jetzt ist das nicht mehr so noetig, aber die Leute sind halt da, inzwischen schon eine Generation weiter. Aus dem Weg dorthin gab es trotzdem zwei Kontrollstationen, die auch alle Fahrzeuge, ausser uns kontrolliert haben, keine Ahnung, was die suchen. Wir hatten uns fuer den ersten Tag nach fast vier Wochen Radpause gleich die steilsten Anstiege, die wir bisher je hatten rausgesucht, bis zu 20 Prozent Steigung und das ewig lange, da half nur schieben. Die Naehe zu China soll uns noch laenger begleiten und ist fuer mich nochmal was ganz fremdes, da viele Beschriftungen nicht nur auf Thai oder inzwischen Lao, sondern auch noch auf chinesisch sind. Dann nochmal einen Tag auf und ab, aber nicht mehr so schlimm, und dann ist der Mekong erreicht.
Bei einem Tempel in Chiang Saen unserem ersten Ort am Mekong. Die Moenche (es waren noch mehr) waren auf dem Weg zu einem Fest. Sie kamen mit einem supermodernen Kleinbus vorgefahren, liefen einmal um den Tempel, einer konnte Englisch und hat uns schwierige Fragen gestellt, (wieso wir nach Thailand reisen, wieso mit dem Rad usw.) Dann wollte er unbedingt ein Foto mit uns machen (to remember), drei Minuten spaeter waren sie wieder verschwunden.
Mekong, er soll uns noch laenger begleiten.
Morgens ist es noch sehr verhangen, oft bis mittags, zum radfahren gar nicht schlecht.
Die Landschaft ist ein einziger gruener Dschungel, der sich ueber die Berge zieht.
Dann nach einem wunderschoenen Radtag immer am Mekong entlang waren wir in Chiang Song. Hier ist der Grenzuebergang nach Laos. Man muss auf der einen Flussseite ins Office gehen und sich einen Ausreisestempel in den Pass stempeln lassen, dann mit der Faehre ueber den Mekong fahren und auf der anderen Seite wieder ins Office zur Einreise. Dann kann man aufs naechste Boot steigen und den Mekong herunterfahren. Die meisten fahren zwei Tage bis nach Luang Prabang (der Haupttouristenort in Laos). Wir sind in Padbeng, der Ort an dem alle uebernachten muessen geblieben und von da aus drei Tage lang ueber eine sehr schoene kleine aber gut asphaltierte Strasse bis nach Oudomxai. Die Namen der Orte sind fuer uns unglaublich schwer zu merken und auch auszusprechen.
Chinesisch-laotisches Ortshinweisschild - tja rate mal mit Rosenthal. Es gibt hier zum Glueck nur wenig Strassen, so dass die Orientierung eigentlich recht einfach ist.
Auf dem Weg kommen wir immer wieder durch Orte von den Bergvoelkern. Die Haeuser sind meist aus Bambus und auf Stelzen gebaut. Jede Menge Huehner und suesse kleine Haengebauchschweinchen laufen herum. Es gibt jede Menge Kinder und wenn wir ankommen schallt uns oft der Ruf vorraus "Falang, Falang" (Auslaender) und dann kommen sie aus allen Ecken angerannt und schreien "Hello" oder Sawadi, Sawadi, laotisch fuer gehts gut. Oft stellen sie sich auch wieder auf und wollen abgeklatscht werden, sehr nett. Auch die Erwachsenen gruessen sehr, sehr haeufig und sind unheimlich freundlich. Englisch kann allerdings so gut wie niemand mehr. Fuers Essen muessen wir uns hier umstellen. Auf den Doerfern gibt ausser Softdrinks und manchmal Keksen - nichts. Auch essen die Laoten sehr gewoehnungsbeduerftig. Sie essen alles was lebendig war,am liebsten kleingehackt am Spiess gebraten, dafuer wenig Gemuese (obwohl hier doch alles wachsen wuerde), meist bekommt man einen Berg frische unangemachte Salatblaetter und Kraeuter dazu, roh - auch schwierig. So haben wir am ersten Fahrradtag in Laos im einzigen Ort auf der Strecke, wo es ein Guesthouse gab uebernachtet. Dort konnten wir nirgens irgend ein Wort lesen, also mutig auf die Karte zeigen - was kam - angebruetete Eier, eine Delikatesse hier, wir mussten beide passen. Wir haben es geschafft auf Anhieb das schlimmste herraus zu picken. Am naechsten Morgen (Sonntag) wurde in einem Ort ein schoen gebratener Hund am Spiess ueber die Strasse getragen - puh. Es gibt auch normalere Sachen, wir lernen fleissig, versuchen uns laotische Woerter fuer essbare Gerichte zu merken, am einfachsten ist noch Foe, eine Art gehaltvolle Nudelsuppe, die geht immer.
Dann haben wir eine Nacht gezeltet, sehr schoen am Bach. Der halbe Ort kam zwar etappenweise mal gucken (es war auch ihr Waschplatz). Wir haben alle freundlich begruesst, daraufhin haben sich die Minen aufgehellt und mit einem breiten Laecheln, kamen viele Sawadis zurueck, dann haben sie uns in Ruhe gelassen, sehr schoen.
Noch etwas ist ganz anders als in Indien. Wir sind hier nicht die einzigen Radfahrer. In Thailand sowieso nicht, selbst in der kurzen Zeit die wir da waren haben wir schon 5 Radler gesehen und auch hier in Laos haben wir schon drei Radler getroffen. Leider kam es noch mit keinem zu einem richtigen Austausch.
Jetzt sind wir 150km noerdlich vom Mekong. Ab Morgen werden wir nochmal etwa 150km oestlich fahren. Dann kommt der Nam Ou Fluss. Auf dem wollen wir wieder zum Mekong nach Luang Prabang fahren. Weihnachten werden wir wohl irgendwo im Dschungel verbringen. Bisher war in Laos noch nichts von Weihnachten zu spueren. Im Gegensatz zu Thailand scheinen hier die christlichen Missionare noch nicht angekommen zu sein. Im Norden von Thailand sind die Bergvoelker inzwischen fast alle missioniert und ma findet auch immer wieder Hinweisschilder auf die jeweilige Glaubensrichtung, viel Babtisten und Christen der letzten sieben Tage oder so aehnlich.
Hallo Katja, hallo Sebastian!
AntwortenLöschenErstmal vielen Dank für die spannenden Berichte bisher. Macht super viel Spass Eure Erlebnisse nachzulesen. Wir wuenschen Euch ein schoenes Weihnachtsfest im Dschungel und ein gutes neues Jahr. Viele Liebe Gruesse Udo, dani, Joshua und Jeremia