Willkommen zu unserem Rad-Abenteuer. Los geht es am 11. August 2010 durch Indien, Thailand, Laos, Kambodscha, Süd-Australien+Tasmanien, Nord-Neuseeland, Vancouver-Island.

Samstag, 4. Juni 2011

Gruen

Heute leider keine Bilder,der Compi hier im Backpacker ist zu alt.

Nach einer Woche Familie und aufwaermen in Noosa, sind wir zurueck nach Melbourne geflogen. Da gab es wieder Regen und Herbststurm, wie immer, wenn wir in Melbourne waren. Und dann ging es nach Auckland. Beim Landeanflug immer wieder Wolkenluecken, die uns zum Staunen brachten. Der Norden um Auckland sieht aus, wie ein hingeworfener intensiv gruener Samtvorhang mit dunklerem Schlingmuster fuer die Baeume und helleren Baendern und Flecken fuer Strassen und Haeuser. Auch spaeter beim Fahren immer wieder dieses unglaubliche Gruen.
Es ist hier Spaetherbst und in unserem ersten sehr netten Hostel lagen schonmal Waermfaschen auf den Betten. Na das kann ja heiter werden.
Die Waermflaschen haben wir erstmal nicht gebraucht. Es war fast so warm wie in Noosa (d.h. tagsueber konnten wir auch ohne Jacken gut draussen sein.), die Wettervorhersage wurde immer besser, die Zeitungen brachten grosse Ueberschriften ueber Rekordhitze fuer Mai - haben wir ein Glueck.
Wir haben uns mit dem Bus auf die Coromandelhalbinsel oestlich von Auckland bringen lassen und sind von dort aus Richtung Sueden gefahren. Es sieht dort fast aus wie im Allgaeu im Sommer - nur eben noch gruener - und in den Taelern ueberall riesige Baumfarne und zwischendurch immer wieder Palmen - und natuerlich wunderschoene Straende. Zum Baden war es allerdings dann doch zu kalt, ausser man findet eine hot waterbeach. Das war sehr lustig. Immer zur Ebbe kommen alle moeglichen Menschen mit Schaufeln, ganze Familien mit Babys. Dann laeuft man barfuss ueber einen kleinen Strandabschnitt, bis man eine warme Stelle gefunden hat und dann wird gebuddelt. Spaeter hocken dann alle in ihren kleinen heissen Sandpools, sehr schoen.
So haben es wir nach einer Woche immer mit Blick auf die Wetterkarte bis Roturua geschafft. Dort blubbert und kocht die Erde vor sich hin. Auf den naechsten 150 Kilometern sollte es immer wieder heisse Baeder "for soaking" geben. An den besonders heissen Pools standen immer Schilder "this Pool is only for soaking", ein sehr schoenes englisches Wort. Ich musste unweigerlich an eingeweichte Socken denken.
Abendliches soaking ist natuerlich fuer Radler ein ganz besonderes Vergnuegen.
Bei Roturua, direkt um die heissen Quellen und Geysire gibt es ein altes Maoridorf. Man lebt dort sozusagen im Dampf. Die Leute dort, besonders die Frauen, haben es seit 150 Jahren geschafft Geld zu machen, indem sie ihr Dorf zu einer Touristenattarktion gemacht haben und dabei hat es nicht mal besonderen Zoocharakter. 1910 blieben mal die Leute aus. Da hat sich eine Gruppe angefuehrt von zwei Frauen nach Australien und England aufgemacht um Werbung zu machen, natuerlich in der damaligen Kleidung (heute laeuft dort niemand mehr indianermaessig rum) - sie waren erfolgreich... .
Wir haben den Eindruck, das Zusammenleben von Maoris und Weissen funktioniert hier besser, wie das Zusammenleben von Aborigines und weissen Australiern. Zumindest sieht man die Leute auch in normalen Berufen in Laeden oder als Busfahrer. Die Kiwis verherrlichen die alte Kultur eher und es scheint ein groesseres Selbstbewusstsein unter den Maoris zu herrschen. Wie so die Arbitslosenzahlen und aehnliches aussehen, weiss ich allerdings nicht... .
Nach nur zwei Regentagen in Roturua hatten wir wieder Glueck und konnten quer ueber die Insel, durch "Mordor" bis Wanganui relativ weit im Sueden fahren. An dem Tag als wir durch den Tongarironationalpark gefahren sind (dort wurde Mordor gedreht) war es leider verhangen, wobei die tieffliegenden Wolken auch Eindruck machten. Einen Tag spaeterwieder strahlender Sonnenschein - whoh, spaeter mal ein paar Bilder.
Jetzt ist der Winter da. Es Regnet und wird kaum ueber 10 Grad. Na ja drei Wochen fast immer Sonne im Spaetherbst in Neuseland ist schon Riesenglueck. Unser groesstes Problem war bisher, dass die Tage so kurz sind. Um 17:00 Uhr geht die Sonne unter und erst Um 8:00 Uhr wieder auf. Das macht zelten schwierig, da es nachts schon kalt wird und morgens immer alles trieft - wenig Zeit das Zeug zu trocknen. Zum Glueck ist Neuseland wieder viel bezahlbarer und es gibt fast ueberall gute Hostels. Die Insel ist fast bis in den hintersten Zipfel touristisch erschlossen- fuer unseren Geschmack manchmal schon zu sehr.
Und sonst, die Insel ist schoen, allerdings fuer uns nicht so wahnsinnig spektakulaer. Die Kiwis sind nett aber nicht so relaxt wie die Aussies. Und fuer Radfahrer, da sind wir uns einig, ist es hier nur bedingt geeignet, obwohl es im Sommer jede Menge Radler gerade auch aus Deutschland geben muss, wie uns immer wieder versichert wird. Die Strassen sind allerdings oft sehr gut ausgebaut mit vielen donnernden LKWs,und kleinere Ausweichstrassen (wie wir sie oft auf Tasmanien hatten) gibt es nicht so viele, von den ganzen Bergen mal abgesehen.
Zur Zeit sind wir in New Plymouth und hoffen doch noch einen Blick auf den grossen Vulkan hinter uns werfen zu koennen. Im Moment hat er sich in den Wolken versteckt. Von hier aus wollen wir mit dem Bus zu ein paar Hoehlen und noch mehr Glowwuermern wie auf Tasmanien anschauen und dann auf einem kleinen Straesschen bis fast nach Auckland zurueckfahren.

bis denn ;-)

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