Als der Schwan nach Australien reiste, musste er so lange durch die Sonne fliegen, dass er schwarz geworden ist. Wir haben keinen einzigen weissen Schwan gesehen.
Jetzt endlich die Australien/Tasmaniengeschichte von Anfang an.
Nach 7,5 Monaten in Asien sind wir am 21.03.2011 wieder in der westlichen Welt gelandet. Der Himmel war halbwegs blau, mit ca 25 Grad war es angenehm warm und die Luft endlich wieder klar. Selbst in Melbourne kam sie uns unglaublich frisch vor. Der Fahrer vom Shuttlebus war nett, gross, weiss und dick und nahm uns vom Flughafen mit in die City, obwohl die Raeder nicht ordnungsgemaess in einer Kiste verpackt waren. Dann fuhren wir mitten durch die City zu unserem Hotel und staunten ueber die glitzernden Fassaden. Ploetzlich ist alles wieder sehr sauber. Unheimlich viele Menschen in Anzuegen oder schicker, eher extravaganter Kleidung hasten an glitzernden Reklamen vorbei, durch die Hochhausschluchten. Sofort fiel auf, die allermeisten sind zu dick, z.T. unglaublich dick. Am Federationplace, einem der Hauptplaetze, ploetzlich jede Menge Schulkinder alle in meist karrierten Schuluniformen, die Maedchen in kurzem Faltenroecken oft mit Kniestruempfen!, die Jungen in kurzen Anzughosen, meist weissen Hemden und Jackets, alles very british. Wir fuehlten uns fast in einen Harry Potter Film versetzt. Auch sonst die alten Haeuser - alles very british und ueberall sehr gepflegte Parkanlagen.
Abends gehen wir nochmal an den Fluss, wollen etwas essen. Es ist sicherlich eine der teureren Gegenden. Trotzdem fallen wir fast um, als wir die wir die Speisekarte, von dem eigentlich recht einfachen Pub lesen, den wir ausgesucht hatten. Ein einfacher Hamburger sollte fast 20 Dollar kosten (der Aussiedollar steht zur Zeit fast so hoch wie der Amidollar), vom Bierpreis schweigen wir besser ganz.Selbst in Pattaya haben wir zusamen an einem Abend kaum mehr wie 20 Dollar ausgegeben und dann waren wir in einem guten Restaurant. Als das Essen dann kommt, fallen wir gleich nochmal um - Holzfaellerportionen. Zwei Haeuser weiter ist eine Eisdiele, staendig flanieren Leute mit Eis an uns vorbei. Natuerlich will ich spaeter auch noch ein Baellchen, denn offenens Eis gab es auch schon lange nicht mehr. In der Eisdiele: "One chocolate plaese." "Oh, for the smallest one you can chose two flavors"... . Und dann nahm der Mensch nicht die Baellchenkelle, sondern ein Teil, dass eher an eine Maurerkelle erinnerte und schmierte einen Riesenberg Eis in und auf die Hoernchen - uff, kein Wunder dass die hier so dick sind. Fuer diese zwei smallest Eisportionen haben wir dann 12,- Dollar bezahlt - verrueckt.
Und noch etwas gab es, wofuer ich eine ganze Woche gebraucht haben, bis ich mich wieder daran gewoehnt hatte - es kam uns unglaublich kalt vor. Gerade der erste Abend war eigentlich noch sommerlich. Die Menschen liefen in Tops und kurzen Hosen herum. Nur wir trugen beide! eine Jacke. Ab dem zweiten Abend wurde es dann Herbst mit Temperaturen unter zwanzig Grad Strum und Regen - habe ich die ersten Tage gefroren... .
Und sonst Melbourne- halt eine riesige Stadt mit allem was dazu gehoert, ein paar Tage macht es immer Spass dadurch zu surfen. Es ibt sehr oft Fahrradstreifen auf den Strassen und besonders gegen Abend und am fruehen Morgen flitzen viele, viele Rennradfahrer zwischen den Autos daher.
Nach fuenf Tagen schifften wir abends auf die grosse Faehre nach Tasmanien ein. Es gab Schlafsessel und die Roaring 40th, die sich in der Passage oft austoben waren auch zahm. So kamen wir sogar recht ausgeschlafen auf Tasmanien an. Tschuess Melbourne in 5 Wochen kommen wir wieder.
6:30 Uhr Ankunft auf Tasmanien. Es wurde gerade hell. Ein sehr blauer Himmel kuendigte sich an. Die Luft ist unglaublich klar. Das Thermometer zeigt 7 Grad und ich hole erstmal Muetze und Handschuhe heraus. Es findet sich bald ein geoeffneter baeckereiaehnlicher Take away, wo wir erstmal fruehstuecken und bis 8 Uhr warten, denn dann macht der Supermarkt gegenueber, auch am Sonntag auf.
Dann radeln wir los und merken gleich- es ist sehr huegelig, sehr gruen, viele Kuehe und Schafe. Als Pferd traegt man gerne Mantel um diese Jahreszeit.
Tagsueber wurde es in aller Regel wieder angenehm warm, super zum Radfahren. Am ersten Abend zelten auf einem kleinen Campingplatz direkt am Strand - wunderschoen. Wir sitzen mit roten Koepfen im Zelt - da muessen wir wohl doch besser die Sonnencreme wieder hervorholen.
Dann Richtung Launceston (die groessere Stadt im Norden). Es wird immer huegeliger, immer mehr Wald taucht auf. Die Strassen sind gut, leider ueberholen uns am Anfang immer wieder grosse LKWs, die sehr dicht und schnell vorbeifahren. (Zum Glueck waren wir spaeter kaum noch auf Strassen die viel von LKWs benutzt wurden).
Dann ploetzlich ein Laerm und Gekreische - ein Schwarm schwarz-gelber Kakadus. Sehr maerchenhaft und fuer uns zuerst eine Ueberraschung, Wir hatten nicht erwartet auf Tasmanien Kakadus zu sehen. Spaeter auf der Reise sollten wir auch noch weisse und grau-rosane Kakadus und viele kleine bunte Sittichvoegel sehen - immer wieder sehr faszinierend.
ach so
Dann wieder an die Nordkueste. Wir haben den ersten Tag Regen und Sturm und sind froh an diesem Tag auf einem guten Campingplatz zu sein. Es wird immer einsamer, macht aber viel Spass zu fahren. Die Sonne scheint wieder. Hier eines der ganz wenigen geraden, relativ flachen Wegstuecke.
Und noch etwas ist wieder sehr schoen hier. Die Leute gruessen wieder, viele Autofahrer an einsamen Strassen winken uns zu. Die Sprache ist so eine Sache fuer sich. Ist das Englisch? Wenn etwas fragen bekommen wir meist sehr wortreiche Antworten, oft sprechen uns die Leute auch einfach an. Besonders am Anfang erraten wir oft mehr was sie sagen. Die Australier reden sehr schnell mit einem unverstaendlichen Slang und immer als haetten sie drei Kaugummis im Mund. Aber sie sind sehr freundlich uns sehr hilfsbereit.
Und dann im Nationalpark in der Nordwestecke sollten wir endlich das erste lebende Wallabi sehen. Sie zeigen in der Regel immer nur wenn es schon fast dunkel ist, was ihnen oft zum Verhaengnis wird - es gab immer wieder tote am Strassenrand, sehr eklig.
Dort im Nationalpark huepften sie nachts ums Zelt. (Wir sollten spaeter im Sueden und in den Bergen noch viele Wallabis sehen)
Beim Kochen sass ploetzlich einen halben Meter hinter Sebastian ein Tier im Baum und liess sich fast nicht vertreiben. Es kletterte sogar auf den Tisch waehrend wir dort sassen. Spaeter auf einem belebteren Campingplatz (hier waren wir ganz alleine), sollten wir erfahren, das ist ein Possum und diese sehen zwar sehr suess aus, sind aber inzwischen eine Plage, da sie so viel kaputt machen. Auf Campingplaetzen. reissen sie wohl auch die Zelte auf, wenn sie Essen riechen. Auf einem Platz haben wir es erst nachdem wir ein Feuer gemacht hatten geschafft zu essen, ohne, dass das Possum auch am Teller sitzt.
Dann fahren wir die Ostkueste nach Sueden herunter. Zuerst eine nervige Gravelroad, dann auf der Kuestenstrasse. Es ist einfach nur schoen, das Wetter bleibt auch gut, das Meer erscheint blauer als in Griechenland. Es gibt kilometerlange Straende mit Duenen und so weissem Sand, wie ich ihn selbst auf den Nordseeinseln nicht gesehen haben. Immer wieder kleine Orte, die irgendwie halb an England halb an Amerika erinnern. So ist auch das Essen - einer der wenigen Minuspunkte.
Einmal fahren mindestens 100 Porsche an uns vorbei - voellig verrueckt, da findet so ein Inselrundrennen statt.
Auf einem Pfad an der Kueste buddelt ein Echidna (wir wuerden Ameisenigel sagen). Sie sehen nicht sehr gut. Wenn man ruhig stehen bleibt laufen sie einem fast ueber die Fuesse, sehr suess, haben wir allerdings nur dort gesehen.
nochmal ein schoenes Kaenguruhbild, allerdings aus einem Wildpark
Dann kamen wir nach Colesbay. Von hier laeuft man zu einer der Hauptattraktionen auf Tasmanien. Auf einem sehr gut ausgebauten Fussweg, laeuft man etwa 40 Minuten zu einem Lookout von dem man auf die beruehmte Wineglassbay schaut. Im australischen Sommer stapeln sich hier wohl die Massen und Campingplaetze werden nach einem Rotationsprinzip vergeben, wenn man sich mindestens ein halbes Jahr vorher angemeldet hat. Jetzt war hier kaum jemand , ein paar recht schoene, auch noble Ferienhaeuser, zwei einfache Restaurants (eines hatte geschlossen) und der einzge Supermarkt im Ort war abgebrannt. Die verkohlten Regale standen noch herum. Das Ganze machte einen Etwas surrealen Eindruck.
Am zweiten Tag in Coles Bay kam der grosse Regen und wir verzogen uns auf den eigentlichen Campingplatz in Container 24 - auch schoen, hatte sogar eine Heizung.
Am naechsten Tag regnet es immer noch und die Vorhersage fuer die naechsten Tage sieht nicht besser aus. Also rein in die Regenklamotten und los. Es sollte den ganzen Tag in Stroemen giessen mit starkem Seitenwind, der mich gut hat kaempfen lassen. Am fruehen Nachmittag kommen wir sehr froh in der sehr guten Backpackerunterkunft in Swansea an. Wegen der schechten Wettervorhersage haben wir uns dort fuer zwei Tage eingebucht. Natuerlich regnet es am naechsten Tag so gut wie nicht, dafuer am uebernaechsten wieder. Der Wind hat zum Glueck nachgelassen, so macht es sogar spass den nassen Schafen zuzusehen, solange wir warm bleiben und wissen am Abend gibt es eine warme Unterkunft.
Dann hatten wir wieder Glueck. Der Himmel war wieder blau und wir kommen in Hobart an. Hobart (ca 200.000 Ew) eine tolle Stadt zieht sich an einem Meeresarm, fast wie ein Fjord entlang. Hobart wirkte auf uns sehr lebendig mit viel Flair, schoene Kneipen, netter Hafen und man ist sofort in der Natur.
David Walsh (so ein verrueckter reicher Schweizer) hat hier erst im Januar ein supermodernes Museum fuer alte und neue Kunst eroeffnet. Schon der Bau ist voellig irre. Jeder bekommt am Eingang ein I-POt, damit fuehrt man sich selbst dadurch. Das Ding kann orten, wo man sich befindet und erklaert dann die Ausstellungsstuecke in der Naehe. Man faehrt mit dem Boot dorthin. Wir haben fast die Zeit fuer die Rueckfahrt vergessen.
Von Hobart aus haben wir fuer eine Woche eine Runde durch den Sueden der Insel gedreht und waren s.o. Da mussten wir hin.
kleine Kirche auf Brunyisland
Die Attraktion von der Insel ist, mit kleinen Speedbooten an der Steilkueste entlang in die washingmashine , wie die Australier sagen, zu fahren.
Dann kann man bei diesen Felsen Robben sehen. Diese Fahrt war sehr spektakulaer, besonders, wenn sie mit Hoechstgeschwindigkeit um Felsen (ohne Robben) herumkurvten.
Von oben sieht alles ganz harmlos aus. Hier gibt es staendig irgendwo Regenboegen, da sich Sonne und Wolken so schnell abwechseln.
Ostern, es ist zwar schon vorbei - ich zeige es Euch trotzdem. Hier gab es ausser Hasen auch Schokoladenkaenguruhs, Koalas und Wombats - sehr lustig.
Wieder zurueck in Hobart hatten wir noch sechs Tage um wieder im Norden nach Devenport zur Faehre zu gelangen. Dafuer haben wir uns einen kleinen Transporter geliehen, den wir an der Faehre wieder abgeben konnten - super. So konnten wir auch noch ein bisschen an die Westkueste und ins Bergland fahren.
Am ersten Tag sind wir gleich auf 900m an den Lake St. Clair gefahren. Wir waren wieder ganz alleine auf dem Zeltplatz - wunderschoener Morgennebel - 1,5Grad, da faellt das Aufstehen schon schwer.
Der Cradle-Mountain zeigte sich nur ganz kurz, war trotzdem schoen. Auf der Westseite regnet es um ein Vielfaches mehr, wie im Osten. Auch ein Grund, warum wir den Transporter geliehen haben.
Das Wasser sieht hier meistens moorig schwarz aus. Auch das Trinkwasser ist oft gelb.
Wir hatten schon die ganze Zeit darauf gewartet. Hier am Cradle-Mountain Nationalpark haben wir sie endlich gesehen- Wombats. Hier sogar eine Mutter mit Baby. Sie sind mit den Koalas verwandt, laufen auch so - supersuess.
Durch den vielen Regen wachsen hier ueberall riesige Baumfarne.
Und jetzt schon wieder im Norden, nochmal ein typisches altes Steinhaus. Dieser Ort hat seine Hauswaende mit alten und neueren Geschichten bemalt. Eine Rechnung, die wohl aufgegangen ist - die Touristen kommen.
Und am letzten Tag bevor wir auf die Faehre gingen, zufaellig nochmal Wildlife
Da tauchte ploetzlich nochmal eine einzelne Robbe auf - wo die her kam ?
Tasmanien war wunderschoen, die vielen Tiere, die tolle Landschaft, in aller Regel superfreundliche Leute und eine klasse Hauptstadt - schade dass es so weit weg ist.
Ein Wehmutstropfen ist, das es fuer uns recht teuer ist - deshalb auch erst jetzt ein Bericht. Inzwischen sind wir fuer eine Woche bei meinem Onkel in Noosa in Queensland angelangt. Am 16.05. geht es dann weiter nach Neuseeland. Wir sind schon gespannt - Spaetherbst in Neuseeland... .
hallo ihr zwei,
AntwortenLöschenschön endlich wieder von euch zu lesen...und was für ein bericht und v.a. was für bilder...unglaublich...
viele grüße meike
Ihr Lieben,
AntwortenLöschenja, habe auch schon richtig auf einen nächsten Bericht gewartet und jetzt grad nur mal kurz die Bilder angeschaut. Von "Bruny Island" habe ich schon gehört - witzig.
Habt weiterhin eine wunderbare Zeit wünscht Euch Conni aus dem Freiburger Hochsommer
Hallo Ihr 2,
AntwortenLöschensuper toller Bericht und Bilder.
Und auch schön zu lesen, das es euch so gut geht und es anscheinend noch kein Heimweh gibt.
Liebe Grüße
Uwe und Gabriele
Na gut, Ihr habt uns lange darben lassen bis zu diesem Update, aber dafür hat sichs auch gelohnt ;-) Wir hatten übrigens Karten fürs Finale des Eurovision Song Contest in Düsseldorf, und so sehr ich weiß, dass EUCH das Event nicht wirklich interessiert - für mich ist das so super gewesen wie für Euch die Weltreise :-) Also, einfach die Zeit weiter genießen, Neuseeland wird sicher beeindruckend (Ihr müsstet jetzt schon dort sein), und es gibt da ja (angeblich) auch keinerlei giftige Tiere, also doppelt super ;-)
AntwortenLöschenBis die Tage! Viktor