Nachdem wir uns jetzt ewig mit den Fotos beschaeftigt haben, leider klappt es nicht so wie wir wollen, muesst ihr euch jetzt halt denken was wozu passt. Nun geht die Geschichte weiter.
Von Kaza aus sind wir 4 tage ins Hochland wandern gegangen. Es ging ueber vier Doerfer, wo wir bei Familien uebernachtet haben und die alle ueber 4200 Meter hoch liegen. Hier oben ist es ueberraschenderweise wieder etwas gruener. Es werden immer noch Erbsen und Gerste angebaut. Wir hatten uns einen Fuehrer mitgenommen, der uns ein bisschen was erklaeren sollte, leider konnte Tenzing dann doch nur sehr wenig Englisch, trotzdem war es sehr spannend, was fuer ein Leben. Schon jetzt war es Nachts unter 10 Grad, im Winter liegt jede Menge Schnee, es gibt dann kaum noch eine Verbindung ins Tal und das alles nur mit einem kleinen Holzofen im Wohnraum. Dort sitzen alle auf Teppichen auf dem Boden drumm herum. Es gibt im Haus eine Wasserstelle, das Wasser muss allerdings von draussen geholt werden. Gewaschen wird sich aeusserst selten und ist etwas schwierig, da die Wasserstelle meist mitten im Wohnraum ist. Das mit dem Waschen fand ich am schwierigsten zu verstehen.
Am ersten Tag haben wir in der Hoehe ganz schoen gejappst. Am dritten Tag ging es bis auf 4900m hoch. Das war schon was, ging aber recht gut Tenzing isr natuerlich einfach lockerflockig vorgelaufen ... . Es ist schon verrueckt, ein junger 25 jaehriger Mann mit Frau und Kind, auch aus einem der Doerfer, mit 7 Kuehen, 35 Ziegen und Schafen, arbeitet normalerweise auch auf dem Feld (dieses war nur ein Zusatzverdienst), rennt gleichzeitig den ganzen Tag mit Handy herum, hat moderne arschhaengende Hosen an und beschallt uns mit zum Teil amerikanischer Musik.
Wir kommtem einige sehr schoene Kloester anschauen und den Eseln beim dreschen zusehen.
Wieder zurueck in Kaza sind wir am naechsten Tag weitergefahren immer Richtung Kunzumpass. Die Doerfer wurden immer weniger. Im letzten Dorf vor dem Pass auf 4100m gab es nochmal ein Guesthouse und dann ging es ueber den Pass. Es war morgens schon nur noch 5 Grad und der Winterjackenverkaeufer hatte sich an der Strasse ausgebreitet und fand regen Zuspruch. Die Strasse war leider auch nur noch als steiniger Wanderweg zu bezeichnen, unglaublich und da fahren noch Busse drueber. Mittags waren wir sehr stolz auf der Passhoehe auf 4551m ! Dann ging es wieder abwaerts auf genauso schlechter Strasse. Leider war das Wetter nicht so gut, ziemlich verhangen und immer wieder ein paar Tropfen Regen. Wir wollten eigentlich noch an einen See fahren, aufgrund des schlechten Wetters und der vorgerueckten Stunde, haben wir das aber gecancelt und sind bis auf 4000m wieder runter gefahren. Dort gibt es ein winziges Dorf, eigentlich nur eine Dhaba und ein paar Zelte und Haeuser drumm herum. Da ein fuerchterlicher Gegenwind aufgekommen war, beschlossen wir dort am Fluss zu zelten. Wir konnten,gerade noch Wasser filtern, dann fing es auch schon heftig an zu regnen und hoerte die ganze Nacht nicht mehr auf. Also hiess es im Zelt ausharren. Gegen 9:30Uhr dachten wir der Regen hoert sich komisch an. Ich mache mal den Reisverschluss auf - alles ist weiss, viele, viele dicke, nasse Schneeflocken segeln herunter.
Wir gehen erstmal in die Dhaba fruehstuecken. An diesem Tag ist an weiterfahren nicht zu denken. Gegen 12>00 Uhr kommt tatsaechlich der Bus aus Kaza. Eine Schweizerin erzaehlt uns von der ziemlich aufregenden Fahrt ueber den Pass bei Schnee. Es schneit und schneit. Dann kommt ein leerer Jeep. Sebastian fragt ob der Fahrer uns mitnehmen kann, da ich so langsam hibbelig werden. Wir muessen allerdings erst noch zusammenpacken und das Zelt abbauen. Wieder am Zelt ist dieses von der Schneelast inzwischen voellig eingedrueckt, zum Glueck ist innen alles noch trocken. Wir bauen in Rekordzeit ab, trotzdem ist der Jeep schon weggefahren. Wir duerfem dann in einem Nebenraum der Dhaba mit einem schwangeren Hund uebernachten. Abends kommen tatsaechlich noch fuenf wandernde Tschechen und zwei israelische Motoradfahrer, die alle auch gestrandet sind und untergebracht werden.
Am nachsten Morgen, der Himmel ist relativ blau. Unser netter Wirt meint, heute wird es schoen, auch wenn in der Richtung in die wir wollen schon die Wolken stehen, man vertraut ja den Einheimischen... . Wir fahren also los. Die Strasse bleibt furchtbar. Wir wollen heute bis zum Abzweig zum Rotangpass. Wir sind noch keine 20 Minuten gefahren, faengt es an zu regnen und hoert nicht mehr auf (zum Glueck kein Schnee) Nach 32 km Fahrt ueber viele Steine und durch uneinsehbar tiefe Pfuetzen erreichen wir voellig,nass ein paar Grosse Zelte die auch als Dhaba fungieren. Die Wirtin facht gleich ein kleines Feuer fuer uns an. An der Strasse stehen schon einige Jeeps und ein Kleinbus. Der Fahrer des Busses bringt uns bis nach Gramphu der Ort an der Kreuzung zum Rotangpass, wo es angeblich ein Guesthouse geben soll. (er muss auf eine Reisegruppe warten die wandern,ist - wer geht bei dem Wetter wandern?) Fuer die 17 km brauchen wir mit dem Buesschen eine Stunde auf der tollen Strasse. Gramphu entpuppt sich als drei Hauser mir Foliendach an der Kreuzung. Eind typische Ansiedlung als Halt fuer die LKW-fahrer. Ein paar Kinder und ein Mann kommen gleich auf uns zu. Wir bekommen ganz freundlich und froehlich eine Huette gezeigt, wo wir uebernachten koennen, halbverputzte Steine, Foliendach und innen zwei Steinpodeste mit Kartoffelsaecken belegt, die jeweils als Doppelbett dienen. Das waere alles gar nicht so schlimm, wenn es nicht so penetrant nach Alkohol stinken wuerde. Wir haben keine Wahl unser Zelt ist voellig nass und wir auch, also bleiben wir. Die etwa dreijaehrige Tochter weicht uns nicht von der Seite schaut uns ganz ungeniert in unserer Huette zu und bewundert meine weissen Beine beim Umziehen. Wir gehen dann in die Dhaba, wo wir auf Waschmaschinentrommeln vors Feuer gesetzt werden und Tee bekommen. Der Wirt ist supernett hat dieses unbeschreibliche indische Laecheln und kann sogar etwas Englisch und Guten Tag uns Dankeschoen auf Deutsch. Es gibt noch zwei halbwuechsige Jungs und die schwangere Mutter im Hintergrund auf einer Bettstatt. Wir haben sie in der ganzen Zeit nicht einmal aufstehen sehen. An der Ecke zur Tueroeffnung sitzt der Opa, eine Tuer gibt es nicht, Lehmboden und Waende, alles ist total zugig und kalt. Strom gibt es auch nicht, abends wird eine Gaslampe angezuendet. Trotzdem fuehlen wir uns recht wohl. Die Leute sind total freundlich und sein Reis mit Dhal ist auch gut.
Abends kommen ploetzlich fuenf junge Maenner,trinken den billigen Wisky, den es hier gibt und essen auch einiges dazu, man kennt sich. Wir erfahren dass es nepalesische LKW-Fahrer sind. Sind unsere Brueder sagt der Wirt und strahlt im Gegensatz zu Tensing der die nepalesische Arbeiter am Weg nicht begruesst hat (sonst hat er jeden angequatscht).
Wir verziehen uns dann in unsere stinkende Huette. Um 5:30 am naechsten Morgen geht der Wecker, da um 6:30 der Bus nach Manali kommen soll. Um 7:00 Uhr ist immer noch kein Bus in Sicht dafuer kommen unsere jungen Nepalesen. Wir bekommen alle Tee und Blaetterteigstangen zum Fruehstueck. Immer noch kein Bus da. Unser Wirt fragt ob wir mit den Napalesen mitfahren wollen, aber wir sollen immer bei dem einen bleiben (die anderen vier quetschen sich in den anderen Lkw) und ihn anrufen wenn irgendetwas nicht in Ordnung ist und auch wenn wir angekommen sind. Wir haben eigentlich gar kein schlechtes Gefuehl bei den Jungs. Und sie waren auch die ganze Zeit voellig nett und unklompliziert. Trotzdem haben wir natuerlich brav unseren netten, besorgten Wirt angerufen, als wir in Manali waren.
Dann geht es los. Schon bei der Auffahrt auf den Pass koennen wir kaum glauben, wie man so etwas miteinem LKW fahren kann. Oben gibt es eine Zeltstadt, wo alles moegliche zu kaufen ist und dann sehen wir schon ein paar Serpentinen unter uns die Lkw-Schlange. Erdrutsch, wir stehen zum Glueck nur zwei Stunden. Dann geht es weiter. Es ist eine einzige Schlammschlacht. der Hang ist durch den vielen Regen immer wieder abgerutscht. Der Gegenverkehr steht schon laenger, ueberall Menschen auf der "Strasse". Viele machen Fotos, die ersten Verkaeufer bieten Chips, Getraenke, Maiskolben usw an. Etwas weiter untem gibt es einen gut besuchten Abflugplatz fuer Paraglyding. Da kann man sich das Ganze dann von oben anschauen - und immer wieder fallen noch Steine. Wir sind sehr froh als wir endlich unten sind. Unser Fahrer ist allerdings ganz cool, fuer den ist das Alltag !!.
Unten ist wieder eine Zeltstadt. Hier geht es fast schon jahrmarktaehnlich zu, Spielautomaten, Yakreiten, Zuckerwatte usw. Hier essen wir zu Mittag.
Die Landschaft dabei ist fast paradisisch schoen. Dann dauert es noch einmal fast Stunden bis wir in Manali sind. Insgesamt haben wir fuer die 66 km acht Stunden gebraucht. Wir sind beide voellig fertig und heilfroh, dass wir nicht mit dem Fahrrad ueber den Pass gefahren sind. In Manali wollen wir in ein gutes Hotel gehen und werden auch noch abgewiesen, wir sind dem Portier wohl nicht schoen genug
... .Wir finden dann aber doch noch was ruiges, saubers nettes, mit Balkon und Blumengarten. Abends essen wir Pizza und trinken Bier - unddas war unser Hochzeitstag!
Jetzt brauchten wir erstmal einen Break, zwei Tage fast nichts tun ausser Waesche waschen, Zelt trocknen, Internet. Dann fahren wir zu Kante und dann geht es weiter Richtung Dharamsala.
hallo ihr lieben,..erstmal alles gute nachträglich zum hochzeitstag....na und das hört sich fazinierend an...und unglaublich, wie könnt ihr in einem zelt schlafen, wenn es draußen schneit....wünsche euch weiterhin viel spaß und eine spannende reise grüße meike
AntwortenLöschenWir haben soeben beschlossen, dass wir aus lauter Respekt unsere ersten beiden Kinder nach Euch benennen werden... Extra Grüße an Gisbert, Liliane und Gerngross, die sich tapfer halten!
AntwortenLöschenViktor
Hallo
AntwortenLöschenganz liebe Grüße aus Menorca. Wir bewundern Euch und beneiden Euch ein bisschen. Diese Familie hat das Reise Gen. Weiterhin alles Gute und viele tolle Erlebnisse. Wir freuen uns und sind gespannt auf Eure Berichte.
Die Eltern