Willkommen zu unserem Rad-Abenteuer. Los geht es am 11. August 2010 durch Indien, Thailand, Laos, Kambodscha, Süd-Australien+Tasmanien, Nord-Neuseeland, Vancouver-Island.

Donnerstag, 30. September 2010

Zu Besuch bei Aladins








Essensausgabe in der Tempelanlage


Saubermachen mit Karchermobil


nochmal Essensausgabe


Der Tellerwagen


Das Pilgerhaus


Ein Eisverkaeufer auf dem Weg


Erna an der Haltestelle


Der seltsame Buddha von Rewalsar (sieht eher aus wie eine Mischung aus Buddha, Shiva und Maharatscha


Affen beobachten im Regen


Mit Kante in seinem Guesthaus {Irina ich mail Dir mal noch ein paar mehr Bilder, wenn mal wieder mehr Zeit ist)

Zum Glueck war einen Tag spaeter der Regen vorbei. Es geht weiter. Erst noch etwas bergauf und dann lange bergab, natuerlich war da wieder eine riesen Baustelle, also Schlammschlacht. Wir bleiben auf kleinen Strassen, durch huegelige Landschaft, immer wieder Doerfer und Bauernhoefe. Die Leute starren uns entgeistert an, wenn wir verbeifahren, sind aber meist freundlich. Wer koennen allerdings hier auch nichts mehr lesen und auf unserer tollen Karte sind nur ein Bruchteil der Wege eingezeichnet, also immer wieder fragen, was manchmal etwas abenteuerlich ist, da die Aussprache der Orte selten so ist wie wir das aussprechen. Trotzdem findet sich immer alles. Es laufen ja immer mehrere Menschen zusammen sobald wir anhalten.
Am fruehen Nachmaittag taucht ploetzlich mitten in der Pampa ein kleines Hotel in schoenster Lage auf. Es ist einfach aber fuer indische Verhaeltnisse ganz ordentlich. Wir beschliessen zu bleiben, geniessen die Aussicht. Sie sind total um uns bemueht, unser Pass wird genau inspiziert, wir sind die ersten Weissen Gaeste dort. Am naechsten Tag weiter immer auf und ab. Irgendwie veraendert sich die Stimmung. Die Leute starren besonders mich nur noch an, wenn ich laechle oder gar gruesse schauen sie meist weg. Alles starrt auf meine Fuesse (habe ich das Gefuehl). Ich fuehle mich nicht mehr wohl, ueberlege schon ob meine dreiviertel lange Hose noch zu kurz ist. Wir kommen dann durch eine Kleinstadt und zum Glueck danach wird es wieder besser. (Wer weiss welchem Glauben die angehangen haben.)
Nachmittags erreichen wir den Beas einen grossen Fluss der ein paar Kilometer spaeter zu einem riesigen 30km langen Stausee gestaut wird. Da wollen wir drann entlang fahren. Wieder taucht zur rechten Zeit voellig unverhofft ein kleines Hotel an einem historischen Hindutempel auf. Wir nehmen wieder ein Zimmer. Allerdings ist die Stimmung hier nicht so nett. Ein Kampfhund an der Kette liegt vor der Tuer und die herumhaengender Maenner bewgen sich nur auf Anweisung des Chefs. Als wir Abends etwas essen wollen ist dieser nicht da, also werden wir ignoriert. Wenn sie nicht wollen koennen die Inder unglaublich sein. Man sitzt direkt vor ihrer Nase, sie schauen Fernsehen, lesen Zeitung drehen einem demonstrativ den Ruecken zu. (Leider gab es da nichts anderes) So mussten wir erst massiv werden, bis wir ein paar gebratene Nudeln bekamen.
Weiterfahren eigentlich am See entlang. Nach einigem Suchen haben wir auch die Strasse gefunden. Kurz vor dem Abzweig stand "Erna" an der Haltestelle.
Der Weg ist superschoen, allerdings immer weit entfernt vom See, sehr huegelig und kurvig. In einem Dorf mit einer grossen Schule essen wir zu Mittag. Die kleinen Jungs stellen sich immer gruppenweise vor der Dhaba auf, um uns zu beobachten.
Irgendwann kommt ein Dorf mit einem Schild "fishingcenter". Also sollte man meinen der See kann nicht weit sein. Es kommt mal wieder ein fast ausgetrocknetes Zufluesschen und in diesem steinigen Flussbett sehen wir immer wieder Motorraeder und Traktoren fahren. Es muss der Weg zumm See sein. Wir schieben mutig ueber die Steine und durchs Wasser und tatsaechlich nach etwas 2 km ist eine kleine Bucht des Sees erreicht. Von der riesen Wasserflaeche sehen wir immer noch nichts aber immerhin. Wir bauen unser Zelt auf und ich springe ins "pisswarme" Wasser bevor uns die Menschen entdecken. Spaeter beim Kochen haben wir dann wieder einige Zuschauer. Als das mit der Verstaendigung nicht so klappt, holen die Kinder Papa, mit dem dann die wichtigen Fragen, des woher und wohin geklaert werden koennen. Am naechsten Morgen fruehstuecken wir um 6:30 Uhr, trotz der fruehen Stunde ein Maedchen und ein kleiner Junge haben sich schon zum Zuschauen aufgestellt.
Irgendwann ist dann diese sehr schoene aber auch anstrengende Strasse zu Ende und wir sind in einer Ebene in einem grossen Industriegebiet gelandet. Eine Bruecke mit Wachposten ueber den Fluss, wir verlassen den Himachal und sind im Punjab. Im naechsten Ort ein Markt mit ueberquellenden Gemuesestaenden, wir gehen was essen und stellen fest, es heisst jetzt wieder alles anders. Der Punjab ist die Kornkammer Indiens. Es ist jetzt alles eben, ueberall Reis, Reis, Reis Zuckerrohr, ein bisschen Mais und Gemuese. Die Strasse fuehrt schnurgeradeaus, Wir uebernachten zweimal in haesslichen Kleinstaedten und erreichen schliesslich Amritsar mit dem goldenen Tempel. Der Tempel und die ganze Atmosphaere und besonders die Organiation dort waren wirklich sehr beeindruckend. Der goldene Tempel ,der bedeutenste Tempel der Sikhs ist schon an sich voellig beeindruckend. Es sind unglaublich viele Menschen dort (Ausser ein paar Travelern allerdings nur Einheimische), Die Sikhs mit ihren Turbanen Gewaendern und Dolchen sehen an sich schon sehr faszinierend aus. Ich musste immer an Aladin und die 40 Raeuber denken. Dann gibt es dort ein riesiges Pilgerzentrum in dem jeder fuer eine Nacht uebernachten darf. Wir sind auch dort geblieben. Die westlichen Traveler wurden allerdings in einem Extratrakt untergebracht. Jeder bekommt eine Liege zugewiesen. Wir hatten Glueck, da wir schon Vormittags da waren haben wir eine Liege in einem Zimmer mit nur 3 Liegen bekommen. Abends lagen allerdings auch ueberall auf dem Boden im Innenhof des Pilgerhauses und ueberall um den Tempelsee herum Menschen und schliefen. Ein unglaubliches Bild. Das andere ist, dass bei den Sikhs jeder der moechte ein Essen bekommt. Das sind bei diesem Tempel bis zu 20000 Essen am Tag. Die Organisation war einfach unglaublich .Man bekommt Teller, Napf und Loeffel in die Hand gedrueckt, wird schubweise in einen Raum gelassen, alles setzt sich blitzschnell in Reihen auf Matten und dann gehen freiwillige Helfer mit Eimern durch und verteilen das Essen. Trotzdem ist die ganze Geschichte voellig entspannt und schnecken tuts auch. Wenn alle fertig sind faehrt einer mit der Kaercherputzmaschine durch die Reihen und alles ist wieder sauber. Nach diesem sehr spannenden Tag in und um den goldenen Tempel sind wir etwas ausserhalb von Amritsar (was eigentlich eine sehr haessliche Stadt mit einem unglaublichen Verkehr ist) in ein sehr schoenes kleines Guesthouse mi riesen Garten und benutzbarem Pool! gefahren. Jetzt gehts es dann weiter quer durch den Punjab bis nach Bikaner in Rhajastan wofuer wir wahrscheinlich um die zwei Wochen brauchen werden.

bis denn :-)

3 Kommentare:

  1. Hallo Ihr Zwei,
    wir sind beeindruckt von Eurem plastischen Bericht und freuen uns, dass Ihr so eifrig schreibt. So können wir alles gut mitverfolgen. Da habt Ihr ja schon viel erlebt. Wir werden schon ganz neidisch, dass wir so etwas nicht auch erleben können.
    Bis bald
    Vater

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  2. Hallo ihr Lieben, hier ist Tante Steffi. Eure Mutter zeigt mir gerade, wie man einen Kommentar schreibt. Bei mir sieht das alles anders aus. Jetzt kann ich das ja mal nachholen.
    Ich muss sagen, es ist schon beeindruckend, was Ihr so alles erlebt und uns sehr plastisch daran teilhaben lasst. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich wieder von Euch lese. Ich gruesse Euch aus Velbert und hoffe, dass ich demnächst auch von Bonstetten aus ´kommentieren´kann. Liebe Gruesse und passt auf Euch auf. Steffi

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  3. Hallo Ihr Lieben!
    Freue mich immer von Euch zu lesen. Wir haben gerade goldenen herbst, die Sonne scheint von einem stahlblauen Himmel, die Blätter sind bunt und Eure Strohblume blüht herrlich in unserem Garten.
    Wünsche Euch weiterhin eine gute Reise, liebe Grüße
    Karin

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