Gisbert hat sich mutig unter die Kamele gemischt. Liliane und Gerngross haben lieber von oben Wache gehalten
Auf dem Land ist es fast wie im Mittelalter. Die Ochsen schoepfen Wasser, das dann auf die Felder geleitet wird.
im Jaintempel, alles ist mit Ornamenten und Figuren uebersaet. Diese Tempel sind immer sehr faszinierend
Es gibt wieder Aeffchen
Endlich wieder gruen und Berge
Haveli (altes Kaufmannshaus) in Jaisalmer. Hier sind die Ornamente in den Sandstein gemeisselt
Zuschauer bei der Prozession. Sie sitzen ueberall
Darsteller bei der Prozession, sollen wohl Goetter darstellen. Ich finde sie sehen aus wie Indianer
Er hat den allerschoensten Bart
Die Haende der Satis, die Frauen der Maharatschas mussten sich nach dem Tod ihrer Maenner mit ebendiesen verbrennen lassen
Das Fort in Jodhpur. Von aussen eine riesige Trutzburg, innen viel Prunk
Die blaue Altstadt von Jodhpur, von oben am schoensten
Tempelfest in Osian, es herrscht Jahrmarktstimmung
Pilger, die alle zum Rattentempel wollen. Dort war ein heiliges Fest. Es ist fuer uns absolut unverstaendlich und ekelhaft. In den Tempel leben tausende Ratten, die dort gefuettert werden, weil die Menschen dieser Glaubensrichtung meinen, man wird als Ratte wiedergeboren... .
Hallo Barbara, falls Du es noch liest, ganz viel Spass auf eurer Reise!!!
:-)
Aber jetzt - Weiterradeln immer Richtung Sueden. Gut 50 km hinter Bikaner kam eine kleinere Stadt, wo wir eigentlich uebernachten wollten. Da war es so dreckig, haesslich und die Maenner so ekelhaft, dass wir fluchtartig weitergefahren sind, dann waren es 120 km, das reichte fuer diesen Tag. Am naechsten Tag haben wir uns dafuer ein sehr nobles Heritage-Hotel in einem alten Ford geleistet und den ganzen Tag am Pool verbracht - auch schoen. Danach konnten wir wieder auf eine kleine Strasse abbiegen, was immer sehr viel mehr Spass macht - kaum Verkehr und in der Regel winkt alles, oft toent es von weit her "Ta-Ta", was soviel wie Tschuess, alles Gute in diesem Gebiet der Thar-Wueste heisst. warumm sie nie "Ram-Ram" rufen, was Gruess Gott (wegen Rama) heisst haben wir nie verstanden. Komischerweise gibt es auf dem Land auch ganz selten diese anzueglich starrenden, zischenden Maenner. Wir kamen dann nach Osian, so ein heiliger Ort mit einem grossen Hindutempel und einem sehr alten Jaintempel. Frueher war der Ort wohl mal groesser und von strategischer Bedeutung, heute schlaeft er in der Wueste. Als wir ankamen, schlief dort niemand, viele Busse, die kleine Dorfstrasse vollgestopft mit Buden, jede Menge Menschen und wie immer in Indien ein unglaublicher Laerm. Wir haben uns durch die Menschen und Motorraeder, dazwischen natuerlich Kuehe, bis zum Jaintempel gekaempft, der in einer ruhigeren Seitengasse lag. Davor ein paar Maenner in weissen Gewaendern. Einer spricht uns gleich an, wo wir denn hin wollten. Es war dann der ehemalige Tempelpriester, den wir suchten (er stand im Reisefuehrer)und der uns ein Zimmer in seinem Haus vermietet hat (Es sah aus wie ein ehemaliges Kinderzimmer bei uns). Er hat uns auch lachend erklaert, es sei Durgha-Fest im Hindutempel und am naechsten Tag sei alles vorbei - das haben wir ja wieder gut hingekriegt. Diese hinduistischen Feste sind fuer uns immer schwierig zu verstehen. Unmengen von Menschen stroemen in einen Tempel. Man wird in maennlein und weiblein getrennten Schlangen wie im Freizeitpark in den Tempel geleitet. Kurz vor der fuer uns meist nicht sehr schoenen Goetterfigur geht es nur noch schubweise weiter. Getrennt werden Maenner und Frauen im Eiltempo an der Figur vorbei geleitet. Sie geben ihre Gaben (Blumen, oft Fruechte, Kokosnuesse oder Oel) ab und dann ist alles vorbei. Diese Prozedur haben wir jetzt zweimal mitgemacht - das reicht.
Und dann waren wir in Jodhpur, der blauen Stadt in der Wueste. Erstmal war es gar nicht so blau, eine Grossstadt halt. Wir sind in die Altstadt, da wurden die Haeuser schon blauer. Frueher wurden die alten Kaufmannshaeuser mit Indigo gefaerbten Kalk gestrichen, hilft angeblich gegen Muecken (waren trotzdem welche da). Ansonsten war Jodhpur erstaunlich wenig touristisch. In den Gassen tobt einfach das Leben, tausende von Laedchen, die Gassen nach unterschiedlichen Gewerben aufgeteilt (in einer Gasse gibt es nur Stoffe, in der Naechsten Farben, dann wieder Schmuck usw) wie immer in Indien. Ueberall Motorraeder, die mit Hoechstgeschwindigkeit und staendigem Hupen dadurchkurven (auch wie immer). Wenn die nicht waeren, koennte es richtig schoen sein. Das Fort ueber der Altstadt ist natuerlich sehr beeindruckend und sie machen eine gute Audiofuehrung, da waren wir erstmal einen halben Tag beschaeftigt. Als wir vom Fort wieder runterkamen sind wir mitten in eine grosse Prozession geraten. Die Gassen total verstopft, unglaublich viele Menschen. In der Prozession, neben Wagen mit verkleideten Menschen und Musikgruppen auch alle moeglichen Kampfsportgruppen, vor allem Stockkampf, die ihr Koennen zeigten. Die haben ganz schoen heftig gakaempft - das war sehr spannend. Am Abend haben wir zufaellig noch ein Restaurant ausgewaehlt, von dem aus wir genau auf den Sclhussakt des Ganzen schauen konnten, wieder Kampfvorfuehrungen und Verbrennung einer riesigen Rama-Figur(wenn ich das richtig verstanden habe). Glueck gehabt - leider kein Foto dabei.
Von Jodhpur sind wir dann fuer zwei Tage mit dem Bus nochmal 300km weiter oestlich nach Jaisalmer gefahren. Durch Jaisalmer zogen frueher die Karawanen. Der Ort liegt mitten in der Wueste war aber sehr reich und viele der alten wunderschoenen Havelis sind erhalten, zum Teil auch noch von den Nachkommen der Familien bewohnt. Der Reisefuehrer sagt Jaisalmer hat gute Chancen das Rotenburg Indiens zu werden. Vom Touristenaufkommen her stimmt das bestimmt und genauso pittoresk ist es auch, nur dass in Rotenburg vor den vielen Andenkenlaeden niemand sitzt und staendig ruft "come to my shop - looking is free" (sehr nervig), es keine offenen Gossen gibt und keine Kuehe, Schweine und wilde Hunde durch die Gassen turnen. Es leert auch keiner in Rotenburg morgens frueh den Muellwagen auf dem Hauptplatz, damit eben jenes Getier den Muell frisst! Aber sonst ist Jaislamer wirklich wunderschoen. Zurueck in Jodhpur mussten wir erstmal das Hotel wechseln, das erste war ein Flopp, da schmutzig und die Obermama voellig nervig. Das zweite war dann sehr schoen, auch in so einem alten Haveli. Wir sind extra noch zwei Tage in Jodhpur geblieben, da wir das Marwarfest anschauen wollten, ein Folklorefest, das einmal im Jahr stattfindet. Am ersten Tag sind wir zu dem Stadiom gefahren, wo es sein sollte. Drumm herum ueberall geschmueckte Kamele - das versprach ja was zu werden. Dann in einem grossen Stadion eine kleine Buehne mit etwa 100 Stuehlen davor - ah, ja. dann wurde der schoenste Bart gekuert, der schoenste Auslaender mit Turban und noch so ein paar "tolle" Wettbewerbe, dann gab es Wettbewerbe zwischen Auslaendern und Indern, wie Tauziehen, Wasserkruege ueber eine bestimmte Strecke auf dem Kopf tragen - war lustig, wir hatten uns allerdings etwas anderes vorgestellt.Spaeter gab es noch Formatiomsreiten mit den vielen Kamelen, das war dann ganz schoen. Der naechste Tag sollte der Haupttag sein, also sind wir wieder hin, diesmal in ein anderes Stadion. Da bekamen wir hauptsaechlich Pferderennen zu sehen... wir sind dann wieder gegangen.
Jetzt endlich weiterfahren Richtung Udaipur. Einen Tag auf der grossen Strasse, schon ziemlich viele Lkws aber noch ertraeglich. Am naechsten Tag nochmal 20 km auf der grossen Strasse, irgendwie haben sich die Lkws sehr vermehrt. Wir sind froh als wir abbiegen koennen. Erst haben wir den falschen Abzweig genommen aber Sebastian hat es geschafft uns mit dem GPS ueber Sandpisten und durch ein Dorf mit staunenden Menschen auf die richtige Strasse zu leiten. Ganz langsam wird es wieder huegelig. Kurz bevor das Bergland richtig anfaengt, reicht es fuer diesen Tag, wir nehmen in einem Dorf in einem alten halbverfallenen Palast ein Zimmer. Es ist ein bisschen morbid dort, aber was als Hotel hergerichtet ist sehr liebevoll gemacht, wie ein Museum mit den alten Moebeln und Bildern des Maharatschas der da mal wohnte - und abends gabs Menue, bis auf eine Frau waren wir dort ganz alleine, und die hat nichts gegessen.
Und dann endlich wieder Berge, Die Welt ist wieder gruen ueberall bluehen tolle Bouganvillae. Heute ist es nicht weit nur etwa 20 km bis zu einem total fasznierenden Jaintempel. Kurz davor mieten wir einen billigen Bungalow. Wir haben in Jodpur vergessen nochmal Geld zu holen, der morbide Palast war recht teuer, und sie wollten Bargeld. Der neue Hotelwirt wechselt uns dann 50 Dollar. Am naechsten Tag brechen wir froehlich auf, Wir wollen quer durch die Aravelli-Berge zu einem Ford, wo es wieder Hotels gibt. Unsere Karte sagt wir muessen ein paar Kilometer zurueckfahren und dann in einem Dorf abbiegen. Im Dorf kein Abzweig und die Aussagen der Menschen irgendwie vage. Wir fahren weiter, irgendwann meint Sebastian an einem Abzweig, hier muesste es sein. Wir fahren, nach etwar 2 Kilometer ein Dorf, Menschen die uns nicht verstehen, dann Sandpiste. Sebastian fuehrt wieder mit dem GPS, das hatte ja schonmal geklappt. Wir gelangen nach ein paar km auch wieder auf eine Asphaltstrasse, die in die richtige Richtung fuehrt. Es gibt Kilometersteine, Hinweisschilder, (die wir nicht lesen koennen) alles scheint gut zu sein. Wir fahren und fahren, es geht steil bergauf, die Richtung stimmt, nur wundern wir uns warum so gut wie kein Mensch auf der Strasse ist (dafuer viele Affen). Und dann auf einer Bergkuppe wieder eine grosse Affenhorde und ein Stueck weiter unten ein groesserer Hindutempel. Die Strasse fuehrt in den Tempelkomplex und dann muss ich abrupt halten. Wir stehen vor einer Treppe, hier geht es nicht mehr weiter. Ein Guru in Orange kommt die Treppe herunter, zuckt mit den Schultern - diese wunderbare Strasse fuehrt nur zu dem Tempel. Wir muessen alles wieder zurueck, bis zum Dorf in dem der Abzweig sein sollte. Als wir dort ankommen ist es Mittag, wir sind 50 km gefahren und gehen erstmal Mittagessen. Dann beschliessen wir zurueck zum Start zu unserem Bungalow zu fahren und das Ganze unter Tagesausflug mit Gepaeck zu verbuchen. Die Wirtin am Hotel erklaert uns wir muessen am naechsten Tag erstmal 20 km in die vermeintlich falsche Richtung fahren und dann kommt ein Abzweig der einen quasi wieder zurueck zum Ford fuehrt, einen anderen gibt es nicht. Also naechster Tag neuer Versuch und diesmal ist es richtig. Der Weg ist weit und am Ende sind es ueber 1100 Hoehenmeter aber die Fahrt war superschoen. Allerdings muss das Leben hier sehr hart sein. Die Menschen machen einen noch aermeren Eindruck als in der Wueste, viele Kinder sind barfuss und haben buchstaeblich nur Lumpen an. Natuerlich rufen sie alle, wenn wir vorbeifahren und immer wieder schallt uns der Ruf "one Pen, one Pen" entgegen. Woher sie das wohl haben? Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand vorbeifaehrt und Stifte an die Kinder verteilt??
Und dann nochmal zwei Tage fahren mit Uebernachtung in einem Staedtchen, in dem nichts ist, ausser einem wohl sehr heiligen Hindutempel, der fuer Nichthindus nicht zugaenglich ist. Es gibt unglaublich viele Hotels, da muessen sehr viele Hindus hinpilgern.
Jetzt sind wir in Udaipur angekommen und hier ist es richtig gut. Besonders Abends in einem Dachloka lbeim Bier sitzen und auf den See mit seinen Inseln zu schauen, ist ganz wunderbar. Die Stadt liegt an einigen Seen von Huegeln umgeben, ist nicht so schmutzig. Es gibt allerdings auch recht viele Touristen, so viele hatten wir bisher nur in Jaisalmer - vielleicht hat das hier etwas gegen den Dreck geholfen.
Morgen geht es allerdings schon wieder weiter. Wir fahren mit Sack und Pack mit dem Bus nach Mount Abu. Da kommt man nur ueber eine ganz grosse Strasse hin und die wollen wir uns mit dem Fahrrad ersparen. Von da aus koennen wir dann weiter gen Sueden radeln.
Bis denn :-)
hallo ihr zwei,
AntwortenLöschenendlich wieder mal ein bericht...war schon ganz gespannt, und es ist wieder unglaublich interessant...aber das mit den ratten...ahhhhhhhh...wünsche euch weiterhin eine gute reise und freue mich auf die folgenden bilder und berichte, liebe grüße meike
hallo ihr zwei,
AntwortenLöschendas ist wieder ein toller Bericht.Ich bin gerade in Edinburgh zu eine Sitzung und nutze die Pause, um Euch zu schreiben. Heute morgen war etwas Zeit zur Schlossbesichtigung.
Ganz liebe Grüße und alles Gute weiterhin
Eure Mutter
Zufällig über Euren Blog gestolpert, verfolge ich Ihn mit großem Interesse..
AntwortenLöschenAlles Gute auf Eurer Reise wünscht Euch
der zwerg