Zuerst die Geschichte vom schweigenden Wald
Von Vientiane aus hatten wir eine dreitaegige Treckingtour mit Zeltuebernachtung durch den Bambuswald im nahegelegenen Nationalpark gebucht. Am Morgen ging es los. Mr Je ein 30 jaehriger recht gut englisch sprechender Laote stellte sich als unser Guide vor. Nach etwa 2Stunden Fahrt im offenen Buesschen (zwischendurch wurde eingekauft und wir fragten uns schon, wie das alles transportiert werden sollte) kamen wir in ein kleines Dorf am Nationalpark. Dort stiegen Mr. Jeu und Mr. Bung zu. Diese beiden stellte sich heraus waren die hauptaechlichen Traeger, Feuermacher, Fischer, Koeche usw. Sie konnten leider kein Wort englisch, waren aber unglaublich freundlich und sehr um uns bemueht. Besonders Mr. Jeu war staendig zu Scherzen aufgelegt. An einem Abend hat Mr Je Streichholzraetsel mit uns gemacht. Am meisten Spass hatte wohl Mr. Jeu.
2,5 Tage sind wir mit den dreien durch den Wald, gestiegen, gelaufen, geklettert. Zum Teil musste Mr Bung (lief immer voraus) mit der Machete den Pfad freihauen. Und Abends Lagerfeuer am Fluss. Alls sehr romantisch und schoen und auch ein bisschen gruselig, denn im Wald ist es ganz ruhig. Selbst Morgens und Abends sind kaum Voegel zu hoeren, geschweige denn Gibbons, die es angeblich geben sollte. Am zweiten Abend am Lagerplatz, in der Boeschung, der Kopf eines Hornvogels. Die Federn verteilt ueber die Steine. Das liess auch Mr Je den Kopf schuetteln. Es ist fuer uns voellig unverstaendlich, die Laoten leben so nah an der Natur. Es wird immer ein wenig essen mit einer Kerze abseits gestellt fuer die Geister. Sie haben Unmengen Huehner auch Schweine und Kuehe. Warum essen sie ihren Wald voellig leer?
Mr Bung mit seinem selfmade Rucksack. An der Hand trug er am ersten Tag noch eine Tuete mit Wasserflaschen, am zweiten Tag eine Tuete voller Fische. Die machte irgendwann schlapp und entliess ihre Fische einzeln, wie bei Haensel und Gretel. Das war sehr lustig, da Mr Bung sein Loch in der Tuete nicht gleich bemerkte.
Teak Holz. Die Baeume sind streng geschuetzt und gleichzeitig eine der Haupteinnahmequellen der Doerfler. Die Korruption blueht.
Mr Jeu hat kleine Fische gefangen, die erstaunlich gut schmeckten. Auch wenn wir immer wieder ueber die etwas schwierige laotische Kueche stoehnen, die beiden konnten richtig gut kochen.
Bambus ist wohl die wichtigste Pflanze. Daraus bauen sie nicht nur ihre Haeuser. Im Wald wir der Klebreis in ein Bambusrohr gefuellt, Wasser drauf ins Feuer, 20 min. warten fertig.
Auf de Rueckweg, dann wieder ein Halt im Dorf von Mr. Jeu und Mr Bung. In oder vielmehr unter Mr Jeus Haus gab es eine letzte Suppe zum Mittagessen. Davor wurde fuer die Falangs eine kleine Zeremonie abgehalten. Die kleine Bananenblattpagode aus dem Haustempelchen kam in die Mitte vom Tisch. Dann musste man ein Glas Beerlao festhalten, bekam ueber dem Glas gute Wuensche gesagt und weisse Baendchen umgebunden. Das waere eigentlich nicht so spannend gewesen. Inzwischen waren jedoch noch einige andere Maenner aus em Dorf aufgetaucht und weil es so viel Spass macht haben sie sich selber auch alle Baendchen umgebunden mit Bierglas halten und Spruch aufsagen natuerlich.
Danach eine Nacht mit dem Bus in den Sueden nach Pakxe. Von dort mit dem Fahrrad eine Runde auf die Hochebene, das Bolavenblateau. Wir haetten es eigentlich wissen muessen, wohnen wir doch bei der schwaebischen Alb. Es war nicht so spannend, eigentlich sehr aehnlich. Dort gibt es halt Kaffee- oder Gummibaumfelder, statt Getreide und viel Brachlandschaft, da immer noch viele Mienen aus dem Vietnamkrieg herumliegen. Am Trauf einige Wasserfaelle. Jetzt in der Trockenzeit war hier hauptsaechlich der Blick und die Stufe interessant.
Doch jetzt noch eine Geschichte von der Fahrt nach Pakxe, oder wie Falangs ihr Gesicht verloren und Laoten in Aktion kamen
11.01. schon vor der Trekkingtour wollten wir das Busticket fuer den 15.01. kaufen. Am Tag davor hatten uns Franzosen die von Pakxe kamen (auch mit Fahrraedern) erzaehlt - alles kein Problem. Wir gehen ins Reisebuero (gibt es in Touristenstaetten an jeder Ecke), sagen was wir wollen - Bicycle no. Ueberrascht schauen wir die Dame hinter dem Schalter an. Die zeigt uns ein Foto von ihrem Bus, ein riesiges Gefaehrt, zweistoeckig mit Betten! und sehr kleiner Ladeflaeche.
Wir gehen ns naechste Reisebuero, sagen unseren Spruch. Die Dame nickt und faengt an zu telefonieren. Dann erklaert sie uns, sie wuerde uns jetzt gerne die Tickets verkaufen, es waere noch Platz im Bus, ob die Fahrraeder mitgenommen werden koennten wuerde die Busgesellschaft allerdings erst am 15.01. morgens entscheiden, je nachdem wieviel Gepaeck noch angemeldet wuerde. Das Argument, dass wir gerade deswegen so frueh buchen, beeindruckt sie nicht. Etwas ratlos gehen wir wieder auf die Srasse Richtung Hotel. Neben dem Hotel ist nochmal ein Reisebuero, da versuchen wir es nochmal. Diemal sitzt wieder eine junge aber recht resolut aussehende Dame vor uns. Auch sie telefoniert und meint dann ganz selbstverstaendlich - kein Problem. Unglaeubiges Nachfragen unseresseits... alles in Ordnung, die Busgesellschaft haette zugestimmt, was kosten die Raeder - it's free. Wir kaufen die Tickets etwas skeptisch. Da gibt sie uns ihre Handynummer. Wenn etwas nicht stimmt, koennten wir sie jederzeit anrufen. Und wir werden vom Hotel abgeholt - it's free.
15.01. 19:00 Uhr sollen wir abgeholt werden. Gegen 18:00 Uhr kommen wir ins Hotel. Dort sagt uns ein freundlicher Mann von der Rezeption, die Busgesellschaft haette angerufen, sie wuedern die Fahraeder heute nicht mitnehmen, vielleicht morgen.
Also die Frau vom Reisebuero anrufen. Nach kurzer Zeit Rueckruf von einem Mann (Wahrscheinlich von der Busgesellschaft) alles in Ordnung, sie nehmen uns und Raeder mit, der Abholdienst kommt gegen 19:30 Uhr.
Warten vor dem Hotel. 19:45 Uhr wieder Anruf, wo bleibt der Abholservice.
20:00 Uhr endlich, 20:25 Uhr wir sind am Busbahnhof. Abfahrtszeit des Busses 20:30 Uhr.
Wir werden zum richtigen Bus gelotzt, bekommen die eigentlichen Tickets in die Hand gedrueckt und warten, wo wir mit den Raedern hin sollen. Alles laechelt freundlich und tut unbeteiligt.
Dann faehrt der Bus los und Sebastian faengt an zu toben, wie ich es ganz selten erlebt habe. Die Frau mit den Tickets zuckt bei jeder neuen Tirade von Sebastian zusammen und faengt an zu telefonieren. Drumm herum stehen ein paar junge Maenner, als einer mit den Schultern zuckt platzt auch mir der Kragen. Der Bus wartet. Die Maenner sind verschwunden. Dann ist wieder dieser Mann am Telefon und erklaert, er will versuchen, was zu regeln. Die arme Frau ist inzwischen voellig fertig und tobt ploetzlich (fuer asiatische Verhaeltnisse) zurueck. Sie koennte nichts dafuer, sie wuesste nur von two people. Danach verschwindet sie, dafuer tauchen die jungen Maenner wieder auf und meinen sie haetten eine Idee. Sie wollen die Raeder an die Lueftungsschitze des Motors binden. Ob wir Seile haetten. Haben wir nicht aber Spanngurte. Sebastian laesst sich tatsaechlich darauf ein und wir binden die Raeder hinter dem Bus fest. Ich bin skeptisch und hoffe nur, dass er weiss was er tut. Alle sind wieder ganz freundlich und helfen mit. Nach dieser Aufregung kann es endlich losgehen. Es ist 20:55 Uhr. Das Ganze ist mir viel laenger vorgekommen. Nach nicht allzu langer Fahrt gibt es eine Mautstation. Einer der Jungs faehrt im Bus mit und schaut extra nach, ob alles in Ordnung ist. Um 02:00 Uhr nachts ist Pause. Es steigen einige Leute aus mit Gepaeck. Jetzt passen die Raeder unten in den Bus - puh.
Unsere drei Freunde musste schwer ueberredet werden mal aus ihrem Haus zu schauen. Aus verstaendlichen Gruenden , siehe die Geschichte vom schweigenden Wald
Weiter Richtung Sueden ueberqueren wir einmal den Mekong. Das ist die offizielle Autofaehre.
Er ist einfach schoen.
Ein neuer Tempel wird gebaut, natuerlich mit Bambusgeruest.
Nach der Tour mit den Elefanten, gab es fuer diese Bananen zur Belohnung.
Sie sind schwer zu beneiden. Besonders mittags ist es wieder sehr heiss geworden.
Der Mekong, ein grosser, schoener noch sehr ruhiger Fluss.
Zum Schluss noch ein paar Tage in der Haengematte relaxen, auf einer kleinen Insel mitten im Fluss kurz bevor dieser
in gigantischen Wasserfaellen etwa 30 Meter herunterfaellt. Dieses ist nur ein Teil der Faelle. Es gibt mehere auf einer breiten Flaeche. Sie passen einfach nicht zusammen aufs Foto.
Und nochmal ein schoenes Bild von einem Menschen, der dort tatsaechlich fischte.
Dann wollte ich schon beim letzten Mal eine nette Geschichte erzaehlen. Inzwischen gab es auch schon eine E-mail Anfrage danach.
Was wir von Deutschland und dem Weltgeschehen so mitbekommen.
So wahnsinnig viel ist das sicher nicht und auch im Moment nicht so wahnsinnig wichtig fuer uns. Trotzdem manchmal waeren Nachrichten ganz nett. In Indien gab es zwei englische Zeitungen, die eine eher Bildzeitungsmaessig, die andere sicher besser dafuer haben wir sie nur einmal bekommen. Das Fernsehprogramm - es gab schon englische Sender, aber auch die ein Graus, nicht mal CNN war zu finden.
In Thailand hatten wir einmal Nachrichten auf BBC und in Laos, selten Fernsehen. In Vientiane hatten wir Fernsehen. Ich schalte abends durch die Kanaele auf der Suche nach einem Spielfilm auf englisch.
"Fuer die deutsch/schweizer Grenzgebiete am Bodensee, haben sich ueber die Jahrhunderte besondere Regeln erhalten."
"Haeh"
"Bauer Meiering ueberquert taeglich mindestens zweimal die Grenze um seine Felder auf schweizer Grenzgebiet zu bewirtschaften."
Fassungslos starren wir auf die Mattscheibe und hoeren der freundlichen Altherrenstimme eine weitere halbe Stunde zu, alles untermalt mit wunderschoenen Bodenseebildern. Danach gab es Tatsaechlich Nachrichten.
Deutsche Welle Fernsehen auf Asia TV. Was es alles gibt. In Pakxe habe ich das auch nochmal gefunden.
Das wars fuer heute. Der naechste Bericht wird aus Kambodscha kommen.
bis denn;-)
hallo Ihr beiden,
AntwortenLöschenEure Berichte sind so anschaulich, dass wir alles fast live miterleben. Wir sind schon gespannt auf Eure Erfahrungen und Erlebnisse in Kambodscha.
Gute Fahrt und ganz liebe Grüße
die Eltern
Hallo Ihr Zwei,
AntwortenLöschenwir hoffen, dass dieser dumme Tempelstreit zwischen Thailand und Kambodscha Eure Reise nicht beeinträchtigt... haltet Euch immer schön vom Ärger fern! Ich darf noch zum beeindruckenden Elefantengedicht gratulieren (dachte ich doch im ersten Moment: wie redet Katja denn nu plötzlich über andere Frauen!?). In Deutschland verpasst Ihr grad nix superwichtiges, also radelt ruhig weiter - ist ja bald Hablbzeit :-)
Grüßle
Viktor und Alfred
Hallo Ihr 2
AntwortenLöschenauch wir verfolgen eure Reise mit Neugierde und auch etwas Neid. Das ganze hört sich immer wieder richtig super an.
Aber auch im noch kühlen Bayernland lässt der Frühling sich langsam blicken, so haben wir schon einige Male am Bach gefrühstückt(Nachbarn sagen, die spinnen die 2)und so hoffen wir doch auch bald wieder das draußen sein geniesen zu können.
Wir wünschen Euch weiterhin gutes gelingen und viele spannende Begegnungen
Liebe Grüsse Gabriele und Uwe
Liebe Katja, lieber Sebastian,
AntwortenLöschenWas Ihr alles erlebt!!
Und was für tolle Fotos, bin ganz begeistert!
Hoffentlich gehts Euch gut, seid Ihr schon in Kambodscha?
Unser Urlaub ist schon wieder "Schnee" vom letzten Jahr. In Java waren wir nur kurz,weil dann nicht nur der Merapi, sondern noch andere Vulkane spucken wollten! Wir sind dann per Fähre
weiter nach Bali, quasi einmal fast komplett am
Meer entlang rund um die Insel gereist und durchs Inland zurück nach Denpasar. War wunderschön, vor allem die untouristischen Orte.
Was natürlich voll verblüffend war: an einem Lagerfeuer lernten wir einen Balinesen kennen, der sich dann als Bruder von Jabol (Vater von Leon, Biberach)herausstellte - wie klein ist die Welt doch.
Euch viel Spaß weiterhin beim Erkunden von noch
mehr Welt.
Lieben Gruß
Barbara