Willkommen zu unserem Rad-Abenteuer. Los geht es am 11. August 2010 durch Indien, Thailand, Laos, Kambodscha, Süd-Australien+Tasmanien, Nord-Neuseeland, Vancouver-Island.

Sonntag, 27. Februar 2011

Doch noch ein paar Kambodschabilder , jetzt hat es funktioniert


Der erste Tag in Kambodscha war eher gruselig, ueberall brennende oder geflaemmte Felder in einer der aermsten Gegenden des Landes.


Bambusbruecke auf eine Insel im Mekong. Auf der Insel ist ein Dorf. Die Bruecke wird jedes Jahr in der Trockenzeit neu gebaut und in der Regenzeit weggeschwemmt. Es koennen sogar Autos herrueber fahren.

Unterwegs ein See voller Seerosen. Kinder (die eigentlich in der Schule sein sollten) pfluecken sie zum Verkauf fuer den naheliegenden Tempel.


Vor den Tempeln in Angkor gibt es natuerlich immer Essens- und Verkaufsstaende. Kinder laufen herum und versuchen einem alles moegliche anzudrehen. Sie sprechen erstaunlich gut englisch und sind teilweise unwiderstehlich geschickt. Hier haben sie Sebastian am Wickel. Jetzt hat er eine "wunderschoene" Floete (piep,piep). Es waren mindestens drei Maedchen die ihn umschwirrten. Zwei davon verfolgten uns spaeter schwer beleidigt schmollend zu den Raedern. Sie waren der Meinung, sie waeren zuerst da gewesen und Sebastian haette von ihnen kaufen muessen. Dabei sind sie absolut suess. Am Vormittag bin mich irgendwann dem Charme eines der vielen Maedchen erlegen und habe Postkarten mit Armbaendchenzugabe gekauft. "Tell me your country and I tell you the capitel and the Population" ist ein beliebter Touristenfangtrick. Die gaengigsten Laender haben sie alle schoen auswenig gelernt. Auf meine Frage, ob sie auch mal zur Schule gehe, kam die prompte Antwort, " I go to school in the morning, only selling things in the afternoon"... leider war es noch nicht mal 12 Uhr... . Tja die staatlichen Schulen sind hier oft schon um 10/11:00 Uhr zu Ende... . Auf jeden Fall war es sehr faszinieren,. wie gut diese Kinder sich auf englisch verstaendlich machen koennen.


Riesengrosse Baeume wachsen teilweise aus den Ruinen, sehr faszinierend.


Die Steingesichter schauen einen von ueberall her an.


Gisbert, Liliane und Gerngross hatten in Angkor nur Quatsch im Kopf. Sie sind voellig uebermuetig, weil sie endlich keine angst mehr vor Laoten haben muessen.


Angkor Wat von Weitem, von oben sah er noch am imposantesten aus.


Gewusel in Pnomh Penh. Es fahren immer noch viele von diesen sog. Cyclos herum. Leider habe ich keines mit Passagier erwischt. Es ist ein hartes Geschaeft gegen die tausende Motos und Tuk Tuks. Fuer mich war es etwas kurios. Die Teile sehen genauso aus, wie bei uns Rollfietze mit denen man mit behinderten Menschen radfahren gehen kann.
Der Verkehr in Pnomh Phen ist aehnlich chaotisch wie in den grossen Staedten in Indien, nur dass hier fast nur Motorraeder und Tuk Tuks unterwegs sind. Spannend ist Linksabbiegen. Man biege ab und fahre erstmal auf die falsche Spur, also in den Gegenverkehr und ziehe dann irgendwie rueber auf die andere Seite. Am Anfang haben wir grosse Augen bekommen, als uns ploetzlich 50 Motorraeder im Pulk auf der falschen Spur entgegen kamen. Dann haben wir es genauso gemacht und siehe da, es funktioniert.

Sonnenaufgang! Abschied vom Mekong in Pnomh Phen


Fischer in Kampot, hier wird im Stehen gerudert. (Meistens haben sie jerdoch einen Motor und roehren ueber den Fluss)


Die Versorgung am Strand in Sianoukville ist ausgezeichnet. Immer wieder kommen Frauen mit Krebsen (sehr lecker), Obst, Gebaeck usw auf dem Kopf vorbei. Auch hier war eine Dame schwer beleidigt, als wir beim zweiten Krebskauf eine andere Dame herangewunken hatten. Fuenf Minuten spaeter stand die Frau vom Tag vorher da, you promised me, why didn't you buy from me... . Unglaublich, ich konnte mich an kein Versprechen erinnern.


Nocheinmal ein Beispiel aus der Studie "99 und 1 Moeglichkeit zwei Fahrraeder zu transportieren".
Sianoukville liegt auf einer Halbinsel, was 50km Stichstrasse bedeutet. Da wir keine Lust hatten die Strasse zweimal zu fahren, musste fuer die Rueckfahrt ein Fahrzeug organisiert werden. Dieses ist in Kambodscha wieder recht einfach, aehnlich wie in Indien wird irgendwie alles moeglich gemacht. Vierraedrige Fahrzeuge sind fast immer auch Taxis, die durch Winken angehalten werden koennen. In aller Regel sind sie allerdings schon unvorstellbar viel beladen, keine Chance fuer zwei Langnasen mit Fahrraedern und viiiel Gepaeck. So haben wir dieses vom Guesthouse organisieren lassen, was den Fahrer nicht daran gehindert hat unterwegs noch ein paar Passagiere aufzunehmen. Khmer sind duenn, da passen z.B. locker zwei Leute auf den Fahrersitz. So sassen wir schliesslich zu fuenft im Wagen und wenn wir nicht Falangs waeren , waeren sicher noch 2-3 Leute mehr aufgenommen worden. Kurz vor dem Ziel hatten wir allerdings Pech und wurden von einem Polizisten angehalten. Vielleicht wollte der auch nur etwas von dem guten Verdienst des Fahrers durch Falangs abhaben. Der junge Mann wollte erst weiterfahren.Da wurde er einmal kraeftig an den Haaren gezogen, bevor ein paar Riel die Seiten wechselten. Dann ging es weiter.



Homestay Number 2
Wir fuhren dann weiter durch die Cardamonberge (schoener Name). Hier gibt es noch einen riesigen zusammenhaengenden Urwald mit Affen, vielen Hornvoegeln (hier haben wir einige lebend gesehen, nicht nur wie in Laos einen abgeschnittenen Kopf), ein paar Elefanten und wohl auch ein paar Tiger und anderes seltenes Getier. Nur alle 40km kommt ein kleines Dorf. Dadurch konnten wohl ein paar Tiere ueberleben, obwohl auch hier die Menschen von der Jagd und dem illegalen Faellen der Baeume gelebt haben. Besonders in den 90er Jahren! muss wohl der Schwarzhandel mit Affen, Tigern und anderem seltenen Getier geblueht haben.
Wir hatten uns schon auf Abenteuer eingestellt, da es vom letzten uns bekannten Ort mit Guesthouse recht huegelige 150km bis nach Koh Kong (Grenzort nach Thailand) sind.
Dann hatten wir Gluek. Jetzt versuchen sie in den Doerfern Ecotourismus zu ethablieren, was zumindest in einem Dorf recht gut angelaufen zu sein scheint. Allerdings versuchen die Chinesen dort gerade eine Titaniummine (oder so etwas aehnliches zu bauen. Damit waere wohl ein Grossteil des Waldes dann auch kaputt - alles immer sehr schwierig) Das Ganze funktioniert jedenfalls auf Comunitybasis,d.h. man muss zuerst in die Hauptstelle im Dorf gehen und wird dann einer Unterkunft zugeteilt (immer reium). In dieses erste Dorf mussten wir erst noch ein paar km ueber eine Schotterstrasse in den Urwald fahren, was sich aber gelohnt hat. Man kann von dort aus alle moeglichen (gefuehrten) 1-3Tagestouren unternehmen. Wir haben uns allerdings fuer eine eintaegige Bootstour entschieden, hatten gerade mal genug von sportlichen Aktivitaeten.
Im zweiten Dorf auf der Strecke fangen sie gerade erst damit an. Durchnummerierte Homestays gab es allerdings zum Glueck schon. So schliefen wir hier bei der Familie in einem ganz typischen Khmerhaus . In diesem Dorf hatten sie auch die zahlreichen kleinen "Restaurants" durchnummeriert. Erst sollten wir uns auf einer gemalten Karte eine Nummer aussuchen, wer fuer uns kochen darf, dann war es doch falsch, es musste ein anderes "Restaurant" sein, denn immer schoen reium. Soweit wir gesehen haben waren wir zumindest an diesem Abend die einzigen Gaeste im Dorf.


Jede Menge Urwald. Es koennte gleich Mogli mit Baghira und Balu um die Ecke kommen.


Die Huetten werden uebers Wasser gebaut, teilweise sehr arm, teilweise haengt schon die Satelitenschuessel an einer Huette.


froehliche Kinder winken dem Boot zu.

Kambodscha war ein sehr spannendes und aehnlich wie Indien mental forderndes Land. Irgendwie ging die Zeit hier viel zu schnell vorbei. Landschaftlich hat es vielleicht nicht ganz so viel zu bieten, obwohl die Kueste und der Urwald auch sehr spannend sind. Die Menschen sind hier allerdings viel aufgeweckter als in Laos. Hier merkt man, sie wollen etwas erreichen. Ob es immer so gut ist den reichen Laendern hinterherzujagen (siehe die vielen Slums und grosse Armut in Pnomh Phen) - immer alles sehr schwierig. Und wenn man sich anschaut was gerade in Nordafrika alles so passiert. Habe nach einer mail von meiner Freundin mal ein bisschen gesurft. Wir haben nachrichtentechnisch in Kambodscha so gut wie nichts mitbekommen. Meine Guete wir Menschen sind schon sehr seltsame Wesen.
Wir gehen morgen ueber die Grenze wieder ins vergleichsweise reiche, schnelle Thailand. Dann werden wir wohl zwei kurze Tage fahren und dann wollen wir nach Koh Koot uebersetzen, die suedoestlichste Insel von Thailand, soll angeblich noch nicht so ueberlaufen und verbaut sein. Dort wollen wir mal wieder eine gute Woche Urlaub machen, denn das Hirn ist zur Zeit wieder uebervoll mit Eindruecken.

bis denn;-)

3 Kommentare:

  1. hallo Ihr Zwei,
    das sind wieder toller Bilder. So langsam werden wir, besonders der Vater, vom Reisefieber angesteckt. Wir versuchen im Atlas Eure Route zu verfolgen. Alles Gute für den Thailandabschnitt und schöne Tage auf der Insel
    die Eltern

    AntwortenLöschen
  2. Ihr Lieben,

    nun bin ich mal wieder aus meinen Heilpraktikerbüchern aufgetaucht und habe endlich Eure beiden Berichte aus Kambodscha gelesen. Was Ihr alles erlebt! Immer wieder mal frage ich mich, ob Euch diese Reise wohl verändert.
    Jetzt wünsche ich Euch, dass Euch der Übergang nach Thailand gelingt (habe von Grenzzwischenfällen gehört) und einen wunderschönen Urlaub.
    Grüße aus dem - endlich - Frühling von Conni

    AntwortenLöschen
  3. Hallo ihr beiden,
    seit langem hab ich endlich mal wieder geschafft auf eure Seite zu schauen. was ihr so alles erlebt - der Hammer!! Uns geht es auch sehr gut, Johanna ist jetzt ein halbes Jahr und bereitet uns viel Freude. Seit Januar sind wir in der neuen, endlich größeren Wohnung und fühlen uns total wohl. Am Freitag hat Billy Geburtstag, da werd ich wohl ohne die Lütte nach BC fahren - aufregend, war bisher nie länger als 3 stunden getrennt. aber freu mich auf Biberach, auch wenn's nur über Nacht ist. Michl hat grad parallel zu mir 2 Monate Elternzeit, das ist echt schön und der pure Luxus, machen so sachen wie Babyschwimmen und wollen noch Verwandschaft und Freunde im Norden besuchen, wenn er wieder am arbeiten ist werde ich wohl öfter mal in BC sein. Hoffe euch nach eurer Rückkehr dann auch mal zu treffen :)
    Liebe Grüße aus Karlsruhe und weiterhin eine schöne Zeit!
    Heike

    AntwortenLöschen